Ein Nurdach ist eine Dachform, bei der die beiden Dachflächen bis zum Boden oder bis knapp über einen niedrigen Sockel reichen. Das Haus besteht dadurch fast nur aus Dach: Senkrechte Wände gibt es meist nur an den beiden dreieckigen Giebelseiten.
Kurz beantwortet: Ein Nurdachhaus, international auch A-Frame genannt, ist einfach zu konstruieren, wirkt markant und leitet Regen und Schnee über die steilen Flächen schnell ab. Der größte Nachteil ist die geringe nutzbare Wohnfläche, weil ein großer Teil der Grundfläche unter niedrigen Schrägen liegt. Die Kosten hängen stark von Größe, Ausbau und Bauweise ab. Bezogen auf die tatsächlich nutzbare Wohnfläche ist ein Nurdachhaus selten günstiger als ein vergleichbares Einfamilienhaus.
Nurdach: Definition und Merkmale
Beim Nurdach übernehmen die Sparren zugleich die Rolle der Außenwände. Sie stehen paarweise gegeneinander und bilden im Querschnitt ein spitzes Dreieck. Typisch sind:
- sehr steile Dachneigung, meist etwa 45 bis 60 Grad oder mehr,
- keine oder nur sehr niedrige Seitenwände, kein klassischer Kniestock,
- zwei Giebelwände, häufig großflächig verglast,
- ein bis zwei Ebenen, die obere oft als Galerie oder Schlafboden.
In Deutschland waren Nurdachhäuser vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren als Ferien- und Wochenendhäuser verbreitet. Heute erleben sie als kompakte Ferienhäuser, Tiny Houses und Holzbausätze ein Comeback.

Nurdach im Vergleich zum Satteldachhaus
Ein Nurdach ist im Prinzip ein Satteldach ohne Außenwände darunter. Der Unterschied wirkt sich vor allem auf Wohnfläche und Belichtung aus.
| Merkmal | Nurdachhaus | Satteldachhaus |
| Außenwände | nur an den Giebeln | rundum, Dach darüber |
| Dachneigung | sehr steil, meist ab etwa 45 Grad | meist etwa 30 bis 45 Grad |
| Nutzbare Wohnfläche | deutlich kleiner als die Grundfläche | im Erdgeschoss nahezu voll nutzbar |
| Fenster | Giebelverglasung, Dachfenster, Gauben | frei in allen Außenwänden |
| Konstruktion | einfach, wenige Bauteile | aufwendiger, mehr Bauteile |
| Typische Nutzung | Ferienhaus, kleines Wohnhaus | Einfamilienhaus aller Größen |
Vorteile eines Nurdachs
- Einfache Konstruktion: Die Sparren tragen das ganze Gebäude. Es gibt wenige Anschlüsse zwischen Wand und Dach, was den Bau übersichtlich macht und sich gut für Holzbau und Bausätze eignet.
- Schneller Wasser- und Schneeabfluss: Durch die steile Neigung bleibt kaum Schnee liegen, Regen läuft rasch ab.
- Wenig Fassadenpflege: Die Dachdeckung schützt fast die gesamte Gebäudehülle, zu streichen sind meist nur die Giebelseiten.
- Durchgehende Dämmebene: Weil Dach und Wand eine Fläche sind, lässt sich die Dämmung ohne viele Übergänge ausführen.
- Markante Architektur: Die Dreiecksform mit verglastem Giebel und offenem Raum bis unter den First wirkt großzügig und ist ein echter Blickfang.
Nachteile eines Nurdachs
- Wenig nutzbare Wohnfläche: Flächen unter 2 m lichter Höhe werden bei der Wohnflächenberechnung üblicherweise nur zur Hälfte angerechnet, unter 1 m gar nicht. Bei einem Nurdach betrifft das einen großen Teil der Grundfläche.
- Schwierige Möblierung: Schränke, Regale und Küchenzeilen brauchen senkrechte Wände. Davon gibt es im Nurdachhaus wenige.
- Belichtung: Fenster sind auf die Giebel, Dachfenster oder Gauben beschränkt. Gauben vergrößern zwar den Raum, machen die Konstruktion aber aufwendiger.
- Sommerhitze: Große, sonnenbeschienene Dachflächen und verglaste Giebel können das Haus im Sommer stark aufheizen. Gute Dämmung, außenliegender Sonnenschutz und Lüftung sind wichtig.
- Große Hüllfläche: Im Verhältnis zur Wohnfläche hat ein Nurdachhaus viel Außenfläche. Das erhöht den Aufwand für Dämmung und Dacheindeckung.
- Genehmigung: Viele Bebauungspläne schreiben Dachneigung, Firsthöhe oder eine Mindestwandhöhe vor. Ein Nurdach passt nicht überall.

Kosten eines Nurdachs
Eine feste Summe lässt sich für ein Nurdach nicht nennen, weil Dach und Haus hier fast dasselbe sind. Die Kosten hängen vor allem ab von:
- Größe und Grundfläche: Je breiter das Haus, desto länger und kräftiger werden die Sparren.
- Bauweise: Ein einfacher Holzbausatz für ein Ferienhaus kostet deutlich weniger als ein schlüsselfertiges, ganzjährig bewohntes Wohnhaus.
- Dacheindeckung: Die Dachfläche ist sehr groß, deshalb wirkt sich der Preis von Ziegeln, Schiefer, Metall oder Schindeln stark aus.
- Dämmung und Energiestandard: Ein ganzjährig bewohntes Haus muss die aktuellen Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen.
- Verglasung, Gauben und Dachfenster: Große Glasgiebel und zusätzliche Gauben gehören zu den teureren Posten.
- Innenausbau, Haustechnik und Bodenplatte: Diese Posten fallen wie bei jedem anderen Haus an.
Die Konstruktion selbst ist einfacher als bei einem Haus mit Außenwänden und Dachstuhl. Weil aber ein Teil der Grundfläche nicht als Wohnfläche zählt, liegen die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche oft auf dem Niveau eines normalen Einfamilienhauses oder darüber. Holen Sie für eine belastbare Zahl Angebote von Holzbaufirmen oder Bausatzanbietern auf Basis eines konkreten Entwurfs ein.
Nurdachhaus planen
Bevor Sie Angebote einholen, sollten Grundfläche, Dachneigung, Lage der Galerie und die Fenster feststehen. Erst damit lässt sich abschätzen, wie viel Wohnfläche übrig bleibt und ob die Möblierung funktioniert. Prüfen Sie früh beim Bauamt oder im Bebauungsplan, ob Dachform und Firsthöhe zulässig sind.
Im Plan7Architekt zeichnen Sie den Grundriss in 2D mit Bemaßung, wählen die Dachform mit steiler Neigung und prüfen in der 3D-Ansicht und im Schnitt, wie hoch die Räume unter den Schrägen tatsächlich sind. Die Pläne lassen sich als PDF, DWG oder DXF an Architekt oder Holzbaufirma weitergeben.
Häufige Fragen
Was ist ein Nurdach?
Ein Nurdach ist eine steile Satteldachform, deren Dachflächen bis zum Boden reichen. Das Gebäude hat dadurch keine oder kaum senkrechte Außenwände, nur die beiden Giebel.
Wie viel Wohnfläche hat ein Nurdachhaus?
Deutlich weniger als die Grundfläche vermuten lässt. Weil Bereiche unter niedrigen Schrägen nur teilweise oder gar nicht zählen, werden im Erdgeschoss je nach Dachneigung und Hausbreite oft nur etwa 60 bis 80 Prozent der Grundfläche als Wohnfläche angerechnet. Eine Galerie im Obergeschoss ist meist noch kleiner.
Ist ein Nurdachhaus als Wohnhaus genehmigungsfähig?
Grundsätzlich ja, wenn es die Vorgaben des Bebauungsplans und der Landesbauordnung erfüllt. Problematisch sind häufig vorgeschriebene Dachneigungen, Firsthöhen oder Wandhöhen.
Ist ein Nurdach günstiger als ein normales Haus?
Die Konstruktion ist einfacher, die Hülle aber groß und die Wohnfläche klein. Pro Quadratmeter Wohnfläche ist ein Nurdachhaus deshalb meist nicht günstiger als ein klassisches Einfamilienhaus.
Die 3 Plan7Architekten
Geeignet für kleine Hobby-Projekte
keine Gartenplanung und nur eine eingeschränkte Grundrisserstellung mit wenigen Wandarten
★★★★☆
für mittelgroße Projekte
uneingeschränkte Grundrisserstellung & Gartenplanung
keine Exportmöglichkeiten an den Architekten und keine Planerstellung für den Bauantrag
★★★★☆
für Projekte jeder Größe
Import & Export für die Zusammenarbeit mit einem Architekten
Planerstellung für echte Bauanträge nach deutschen & europäischen Baustandards
viel größerer Funktionsumfang als in den beiden anderen Versionen
★★★★★











