Innentüren haben in Deutschland genormte Maße nach DIN 18101. Die häufigste Zimmertür hat ein Türblatt von 86 x 198,5 Zentimetern und braucht eine Wandöffnung im Rohbau von 88,5 x 201 Zentimetern. Für Bad und WC wird oft die schmalere Tür mit 73,5 Zentimetern Türblattbreite gewählt, für barrierefreie Räume die breitere mit 98,5 Zentimetern. Haustüren sind nicht so streng genormt, liegen im Einfamilienhaus aber meist bei einer Rohbauöffnung von etwa 1,01 bis 1,26 Metern Breite und 2,135 bis 2,26 Metern Höhe.
Wer seinen Grundriss plant, sollte diese Maße kennen. Nur dann passen Türen später ohne teure Anpassungen in die Wand, und Möbel, Kinderwagen oder ein Rollstuhl kommen bequem durch.

Rohbaumaß, Türblattmaß und lichtes Durchgangsmaß
Bei Türen gibt es drei Maße, die oft verwechselt werden:
- Rohbaurichtmaß: die Öffnung in der Wand, bevor Putz und Zarge eingebaut sind. Dieses Maß gehört in den Grundriss.
- Türblattmaß: die Außenmaße des Türblatts. Dieses Maß braucht man beim Kauf einer Tür.
- Lichtes Durchgangsmaß: der Platz, der bei geöffneter Tür tatsächlich zum Durchgehen bleibt. Es ist schmaler als das Türblatt, weil Zarge, Falz und Türblatt selbst Platz wegnehmen.
Wenn Sie mit einem Bauunternehmen oder Architekten sprechen, ist fast immer das Rohbaumaß gemeint. Im Baumarkt oder beim Türenhändler geht es dagegen um das Türblattmaß. Mehr zu lichten Maßen lesen Sie im Artikel Was ist lichtes Maß im Grundriss?
Normmaße für Innentüren nach DIN 18101
| Rohbaumaß Breite | Türblatt Breite | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 63,5 cm | 61 cm | Abstellraum, Speisekammer, kleiner Technikraum |
| 76 cm | 73,5 cm | Bad, Gäste-WC, Hauswirtschaftsraum |
| 88,5 cm | 86 cm | Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche |
| 101 cm | 98,5 cm | barrierefreie Räume, Hauseingang innen, Räume mit sperrigen Möbeln |
| 113,5 cm | 111 cm | breite Durchgänge, Rollstuhlnutzung mit Wendebedarf |
Bei der Höhe gibt es drei übliche Stufen:
| Rohbaumaß Höhe | Türblatt Höhe | Hinweis |
|---|---|---|
| 188,5 cm | 186 cm | selten, meist Keller oder Altbau |
| 201 cm | 198,5 cm | klassischer Standard |
| 213,5 cm | 211 cm | im Neubau immer häufiger, passt gut zu Raumhöhen ab 2,50 m |
Welche Türbreite für welchen Raum?
Die 86er-Tür hat sich für Wohnräume durchgesetzt, weil Möbel, Matratzen und Waschmaschinen bequem hindurchpassen. Bei Bädern wird gern die 73,5er-Tür genommen, um Wandfläche zu sparen. Das ist im Alltag meist kein Problem, kann aber später stören, wenn ein Familienmitglied auf einen Rollator angewiesen ist.
Ich empfehle deshalb, bei einem Neubau auch Bad und Schlafzimmer im Erdgeschoss mit mindestens 86er-Türen zu planen. Der Mehrpreis ist gering, und das Haus bleibt länger nutzbar.
Barrierefreie Türen
Für barrierefreies Bauen in Wohnungen gilt in Deutschland die DIN 18040-2. Sie verlangt für Türen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 90 Zentimetern und eine lichte Höhe von mindestens 205 Zentimetern. Dafür braucht man in der Regel das Rohbaumaß 101 x 213,5 Zentimeter. Dazu kommen Bewegungsflächen vor und hinter der Tür sowie möglichst keine Schwellen.
Wer heute baut und später im Haus alt werden möchte, sollte zumindest im Erdgeschoss diese Breiten vorsehen. Ein nachträgliches Verbreitern bedeutet einen neuen Sturz, neue Zargen und oft Elektroarbeiten in der Wand.

Haustür: übliche Maße
Für Haustüren gibt es keine so festen Stufen wie bei Innentüren, weil sie meist individuell gefertigt werden. Diese Maße sind im Einfamilienhaus üblich:
- Breite der Rohbauöffnung: etwa 1,01 bis 1,26 Meter für eine einflügelige Tür
- Höhe der Rohbauöffnung: etwa 2,135 bis 2,26 Meter
- Mit Seitenteil: zusätzlich 40 bis 60 Zentimeter pro Seitenteil
- Zweiflügelige Haustür: ab etwa 1,40 Meter Breite
Eine breite Haustür ist nicht nur repräsentativ. Sie erleichtert auch das Hereintragen von Möbeln und ist bei barrierefreien Häusern Pflicht. Achten Sie darauf, dass vor der Haustür innen genug Fläche im Windfang oder Flur bleibt, damit man die Tür öffnen kann, ohne an die Garderobe zu stoßen.
Platzbedarf im Grundriss: Türanschlag und Aufschlagrichtung
Eine Tür braucht nicht nur eine Öffnung in der Wand, sondern auch Platz zum Aufschwingen. Eine 86er-Tür beschreibt einen Bogen von knapp einem Meter. In diesem Bereich sollten keine Möbel stehen und keine zweite Tür aufschlagen.
Bewährte Regeln für den Türanschlag:
- Türen schlagen in der Regel in den Raum hinein auf, nicht in den Flur
- Die Tür sollte zur nächsten Wand hin aufgehen, damit der Raum beim Betreten offen wirkt
- Lichtschalter gehören auf die Seite des Türgriffs
- In kleinen Bädern kann eine nach außen aufschlagende Tür sinnvoll sein, damit man im Notfall hineinkommt
- Wo kein Platz zum Aufschwingen ist, hilft eine Schiebetür oder eine in der Wand laufende Tür
Wie Sie Türen im Grundriss korrekt einzeichnen, zeigt die Anleitung Türen im Grundriss zeichnen. Ob eine Türnische zur Wohnfläche zählt, erfahren Sie im Ratgeber Was ist eine Türnische?

Türmaße in Österreich und der Schweiz
In Österreich sind die üblichen Türblattbreiten ähnlich abgestuft wie in Deutschland, sie liegen meist bei rund 60, 70, 80 und 90 Zentimetern. In der Schweiz werden Türen häufiger nach Maß gefertigt, verbreitet sind lichte Durchgangsbreiten von 80 bis 90 Zentimetern. Wer Türen aus Deutschland in Österreich oder der Schweiz einbauen möchte, sollte die Maße vorher mit dem Händler abgleichen.
Häufige Fehler bei der Türplanung
- Türblattmaß statt Rohbaumaß in den Grundriss eingetragen
- Tür zu nah an der Raumecke, sodass die Zarge nicht mehr passt
- Zwei Türen, die sich im Flur gegenseitig blockieren
- Kein Platz für die Möbel hinter der aufgeschlagenen Tür
- Zu schmale Türen im Erdgeschoss, die eine spätere barrierefreie Nutzung verhindern
- Türhöhe nicht auf die Raumhöhe abgestimmt
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