Welche Steildach-Arten gibt es? – Hausbau Ratgeber

Das Steildach; eine traditionelle Dachform

Eine Vielzahl an Dachformen ist unter dem Sammelbegriff Steildach zusammengefasst. Die lange Tradition dieser Dachform reicht von der Urbehausung in der Steinzeit bis in unsere heutige, moderne Zeit.

Die Gemeinsamkeit der Steildächer liegt darin, dass eine, mehrere oder alle Dachflächen eine Neigung von mehr als 20 Grad aufweisen. Der Dachraum zeichnet sich meist durch eine recht passable Nutzung aus. Errichtet wird diese Dachform meistens mit hölzernen Stabkonstruktionen. Der generelle Unterschied liegt zwischen einem Sparren- und einem Pfettendach. Regional unabhängig finden sich allerdings nicht selten Mischformen. Der Vorteil der Sparrendächer liegt darin, dass im Raum keine Stützen verbaut werden müssen und der Raum frei bleibt für eine individuelle Nutzung. Eine Gliederung des Raumes mit Stützen ist hingegen bei den Pfettendächern erforderlich, weil auf ihnen das Dach ruht.

Die massiven Steildächer sind bis heute in Kuppel- und Gewölbeform bei Kirchen und anderen Prestigegebäuden bekannt. Die Erfindung von Stahlbeton machte diese Konstruktion auch in Plattenbauweise möglich. Das Innenraumklima ist damit viel behaglicher geworden.
Heute finden sich massive Steildächer häufig bei Betonfertigteilhäusern sowie Systemhäusern.
Eine Auswahl an unterschiedlichen Dachtypen ist in unserer Übersicht zusammengestellt.

Das Pultdach

Diese Dachform ist eine einfache und wirtschaftliche Konstruktion mit nur einer geneigten Fläche. Zusätzliche Aussparungen für Lichtbänder entstehen, wenn zwei Pultdächer miteinander kombiniert werden. Vor allem beim Passivhaus erfreut sich das Pultdach zunehmender Beliebtheit.

Das Sattel- oder Giebeldach

Diese Form der Dachkonstruktion ist wohl am meisten verbreitet. Vielleicht deshalb, weil es sich auszeichnet durch eine hohe Wirtschaftlichkeit sowie einfache Belichtungsmöglichkeit an den Giebelseiten. Handelt es sich um eine sehr hohe Satteldachform ist mit Setzen von Kehlbalken zwischen den Sparren eine bessere Ausnutzung gegeben. Auf diese kann eine Zwischendecke gezogen werden.

Das Schleppdach

Das Charakteristika dieser Dachform sind die kragenden Dachflächen oder Dachflächenverlängerungen, die weit über die Außenwände hinaus ragen. Sie können auch außerhalb der Außenwände aufgelagert sein. Häufig werden unter dieser Dachform Materialien trocken gelagert oder zum Beispiel Fahrräder untergestellt.

Das Krüppelwalmdach

Hierbei sind mit geneigten Dachflächen lediglich die Giebelspitzen versehen. Das Raumangebot bleibt weitgehend erhalten und somit auch die Möglichkeit der ausreichenden Belichtung. Vom Grundsatz her ist diese Dachform ein Kompromiss zwischen einem Walm- bzw. Satteldach. Funktion und Konstruktion können als optimal bezeichnet werden.

Das Kreuzdach

Diese Dachform basiert auf der Durchdringung von zwei gleich hohen Gebäudeteilen, die bis zum First hochgezogen werden. Darin liegt auch gleich der Unterschied zum Zwerchdach, wo der Giebel unter dem First endet. Mit Quergiebel kann die Wohnfläche vergrößert werden. Allerdings sollte vorab geklärt werden, ob die Errichtung von einem Kreuz- oder Zwerchdach erlaubt ist.

Das Walmdach

Diese Dachform verzichtet vollständig auf die markanten Giebel. Die Dachflächen, die miteinander verschneiden und an den sich bildenden Schnittkanten Grate bilden, sind an allen Hausseiten mit einer Neigung versehen. Dadurch kann auf Giebel verzichtet werden, wodurch das Haus einen besseren Schutz erfährt. Leider verkleinert sich der Dachraum und ist dadurch nicht optimal nutzbar.

Das Tonnendach

Im Profil bildet das Tonnendach einen Halbkreis, eine Parabalform oder auch eine Ellipsenform. Die Konstruktion erfolgt als Gewölbe oder Sparrenlage. Als optimal erweisen sich die Belichtung wie auch die Innenraumnutzung. Zudem werden Material und Kosten eingespart, weil diese Dachform die kleinst mögliche Oberfläche hat. Diese Dachform ist häufig mit Metallblechen gedeckt. In Regionen mit geringer Niederschlagsmenge auch mit Ziegeln.

Das Kuppeldach

Auf vier- bis zwölfeckigen, manchmal auch kreisförmigen Auflagern, ruht das Kuppeldach, dass sich über das gesamte Gebäude oder auch nur einen Teil des Gebäudes wölbt.
Bei dieser Bauweise besteht das Problem eines Gewölbeschubs. Dieses Problem wird auch heute noch häufig mit massiven Anbauten gelöst. Zieht man eine Decke in Höhe des Kuppelfußes ein oder muss der Raum unterhalb der Kuppel nicht komplett frei bleiben, kann auch über Zugseile der Gewölbeschub gehalten werden.

Das Sheddach

Das Besondere an dieser Dachform sind drei oder auch mehr nebeneinander angeordnete Pultdächer, die zu einer Einheit zusammengesetzt werden. Obwohl eigentlich eher für Fabrikhallen konzipiert findet es heute seine Liebhaber im modernen Wohnungsbau. Eine meist nach Norden ausgerichtete senkrechte Öffnung zwischen First- und Fußpunkt ermöglicht eine gute und vor allem blendfreie Tagesbelichtung.

Das Mansarddach mit Giebel

Durch mehrfach geknickte Dachflächen entstehen Flächen mit unterschiedlicher Neigung. Die unteren sind im Vergleich zu den oberen steiler. Die Grundform kann ein Sattel- oder Walmdach sein. Die aufwendige Konstruktion lohnt sich, weil ein vergrößerter Innenraum eine bessere Nutzung erlaubt.

Das Mansarddach mit Fußwalm

Hier findet sich die Vermischung von Mansarddach und Walmdach. Der optimierte Innenraum ist hervorzuheben. Oberhalb der Fußwalm findet sich ein kleiner Giebel. Dieser ist meist als Lüftungs- oder Belichtungsöffnung gedacht.

Das Zwerchdach

Wird eine Sattelgaube in eine Dachfläche eingefügt formt sich ein Zwerchdach. Dabei vereint sich der Giebel der Gaube mit der Außenwand. Dadurch entsteht ausreichend Platz für eine angenehme Belichtung. Niedriger als das Dach liegt der First der Gaube. Darin liegt dann auch der Unterschied zum Kreuzdach.

Das Mansarddach mit Schopf

Hierbei liegt eine Vermischung von Mansarddach mit Schopf und Walmdach vor. Die Nutzung des Dachbereiches wird verbessert. Das Äußere erscheint etwas markanter.

Das Mansardwalmdach

Das Mansard- und Walmdach bilden die Basis für eine weitere Dachausformung. Das Äußere erscheint differenziert. Der Innenraum erhält eine Optimierung für maximale Nutzung.

Das Fußwalmdach

Hier ist der Innenraum verkleinert, weil der Großteil der Dachfläche steiler ausfällt. Das Dach allerdings wirkt sehr markant und erinnert an einen Hut.

Das Schmetterling oder Grabendach

Diese Dachform wird durch niedrigere Dachhälften von zwei gegeneinander laufenden Pultdächer gebildet. Eine gute Belichtung erfolgt über die hohen Außenwände.

Das Rhombendach bzw. Rautendach

Diese Dachform bildet sich aus vier Flächen, die um 45 Grad gedreht zum Grundriss stehen. Die rautenförmigen Dachseiten bilden sich durch die Verschneidung der Dachflächen

Das Ringpultdach

Bei dieser Dachform handelt es sich um ein Pultdach auf einem jedoch kreisförmigen Grundriss. Bei repräsentativen Sakralbauten aber auch sehr individuelle Villen findet sich diese Dachkonstruktion.

Das Paralleldach

Eine Reihung von Sattel- bzw. Tonnendächern findet sich bei dieser Dachform, wobei die Giebel nach vorne ausgerichtet sind. Sie ist häufig bei Reihenhäusern zu finden.

Das Pyramidendach

Grundsätzlich gesehen ist diese Dachform ein Walmdach. Allerdings mit quadratischer Grundfläche. Deswegen kann ein Pyramidendach auch nur auf einem quadratischen Grundriss zu errichten.

Das Faltdach

Kennzeichnend sind mindestens vier gleich große Dachteile in Dreiecksform die aufeinander treffen, wobei sie eine sehr markante Form bilden.

Weitere Dachformen sind das Kegel- und Glockendach sowie das Zwiebeldach.