Welche Dämmung ist am besten? Vor- & Nachteile im Überblick

Die ideale Dämmung hat einen großen Einfluss auf den Wohnkomfort in einem Innenraum. Und für diese sprechen zudem auch viele weitere Gründe. Denn ist ein Haus perfekt gedämmt, können Heizkosten eingespart und das Klima geschützt werden. Zudem kann auch der von außen aufkommende Lärmpegel auf ein Mindestmaß reduziert werden. Doch welche Dämmung eignet sich am besten für das jeweilige Dach und was gilt es hierbei zu beachten? Der folgende Text beschäftigt sich mit dieser Frage und geht auf die jeweiligen Vor- und auch Nachteile ein.

Die unterschiedlichen Dämmarten

Grundsätzlich wird zwischen den folgenden Dämmarten unterschieden:

  • Aufdämmung
  • Zwischendämmung und
  • Untersparrendämmung

Erstere wird vor allem von außen und über den Dachsparren angebracht. Die beiden anderen Varianten werden dagegen von innen montiert, zwischen oder auch unter den Sparren. Also an den Balken oder auch den Trägern des Dachstuhls, die von der Traufe zum First verlaufen.

Verwenden von Klimamembranen

Wenn ein Dach saniert wird, besteht die Möglichkeit, die Zwischensparrendämmung von außen anzubringen. Zumeist werden hierfür die Gefache genutzt, die sich zwischen den Sparren befindet. Indem die Klimamembranen, die über eine variable Dampfdurchlässigkeit verfügen, über die Sparren hinweg angebracht werden. Normale Dampfbremsfolie eignet sich hierfür jedoch nicht, da dann jedes Gefach separat abgedichtet werden müsste. Und dies wäre sehr aufwendig und auch teuer und zudem auch sehr fehlerträchtig. Besser ist es, die Dacheindeckung samt Lattung komplett zu erneuern. So kann auf die nachträgliche Dämmung von bereits ausgebauten Geschossen und auch auf die Entfernung der jeweiligen Innenbekleidungen verzichtet werden. Dies hat den Vorteil, dass der Wohnraum auch während der Umbauten ungestört genutzt werden kann.

Die verschiedenen Dämmarten

1. Die Aufsparrendämmung

Bei der sogenannten Aufsparrendämmung werden feste Platten, zum Beispiel aus Steinwolle, über den Sparren auf eine Holzschalung angebracht. Wichtig ist, dass die so entstehende Dämmschicht eine durchgehende Dämmfläche bildet. Auf diese wird dann anschließend die Eindeckung aufgebracht. Zudem hat diese durchgehende Dämmung den Vorteil, dass es keine durch Sparren entstehende Unterbrechung der Wärmeschicht gibt, die zu einer Schwachstelle werden könnte. Wenn diese Variante gewählt wird, spielt vor allem die Optik eine Rolle. Denn dadurch, dass die Dämmung von außen angebracht wird, bleibt das Gebälk weitestgehend raumseitig sichtbar und kann dadurch auch zu einem harmonischen Wohnklima beitragen.

In einigen Fällen muss man jedoch eine Genehmigung bei der Baubehörde einholen, wenn sich die Dachgiebelhöhe und daher auch die Ästhetik des jeweiligen Hauses durch die neue Dämmung verändern. Zudem muss man eventuell vorhandene Anschlüsse, die sich an den Dachfenstern oder auch Schornsteinen befinden, auch an die jeweilige Dachhöhe anpassen. Eine von außen angebrachte Dämmung ist der Witterung und damit auch teilweise hohen Temperaturwechseln ausgesetzt. Daher müssen die Platten sehr dimensionsstabil sein, um eine eventuelle Rissbildung und auch Knack- und Knirschgeräusche zu vermeiden.

2. Die Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung wird die Dämmung selbst noch mit einer speziellen luftdichten Folie vor aufkommender Feuchtigkeit geschützt. Hierfür eignen sich Stein- und Glaswolle, wie auch diverse Naturdämmstoffe. Zumeist werden jedoch leicht zu verarbeitende Glaswolle Klemmfilze verwendet, da diese ganz ohne Befestigung zwischen den Sparren eingeklemmt werden können. Nicht selten ist auch bereits eine Dämmung zwischen den einzelnen Sparren vorhanden, die jedoch auch ganz einfach bei Bedarf nachgerüstet werden kann. Sinn kann dies zum Beispiel machen, wenn diese zu dünn und daher in ihrer Funktionalität eingeschränkt ist.

3. Die Untersparrendämmung

Die Untersparrendämmung ist ebenfalls eine Innendämmung, die zumeist mit der oben beschriebenen Zwischensparrendämmung vereint wird. Hierbei werden die einzelnen Sparren von innen mit einer relativ dünnen Dämmschicht überdeckt. Auf diese Weise kann wirksam erreicht werden, dass Wärmebrücken gemindert werden.

Bei der Installation dieser Dämmvariante, wird von unten auf den Dachsparren eine sogenannte Konterlattungangebracht. Wenn eine Dachmodernisierung durchgeführt werden soll, kann diese ganz einfach auf der bereits vorhandenen Bekleidung befestigt werden. In die so entstehenden Zwischenräume werden zusätzlich noch sogenannte Untersparren-Klemmfilze geklemmt. Dieser Schritt sollte jedoch erfolgen, bevor der Aufbau mit Gipskartonplatten beplankt und mit Profilhölzern bekleidet wird, damit das Ergebnis auch optisch etwas her macht.

Eine Zusatzdämmung kann in einigen Fällen Sinn machen, da so durch wenig finanzielle Kosten und auch Aufwand zumeist ein deutlich besserer Wärmeschutz (bis zu 27 %) erreicht werden kann. Und die nutzbare Wohnfläche wird durch diese Art der Innendämmung auch nicht reduziert. Denn die verwendeten Untersparren-Klemmfilze werden lediglich zwischen die sowieso benötigte Unterkonstruktion der Innenbekleidung (in der Regel Gipskartonplatten oder auch Holzpaneele) geklemmt, sodass kein zusätzlicher Raum benötigt wird. Des Weiteren eignet sich diese zusätzliche Dämmschicht auch als Installationsebene, zum Beispiel für Stromleitungen. Aber auch die Fensterlaibungen müssen angepasst werden.

Grundsätzlich gilt, dass eine Dämmung nur effektiv ist, wenn sich auch die Dachhaut in einem einwandfreien Zustand befindet. Denn sonst würde die Gefahr bestehen, dass die Dämmschicht durch Regen sehr schnell durchfeuchten würde, wodurch die dämmende Wirkung nicht mehr vorhanden wäre. Zudem ist auch wichtig, dass Anschlüsse der sogenannten Dampfbremse wind- und auch luftdicht an die Dachkonstruktion angeführt werden. Im Handel können hierfür spezielle Luftdichtsysteme mit ideal aufeinander abgestimmten Komponenten, wie zum Beispiel die oben erwähnte Dampfbremsfolie, Klebebänder und auch Dichtstoffe, erworben werden. Es wird gesagt, dass vor allem die Dampfbremsen sehr sicher sind, die über eine variable Dampfdurchlässigkeit, auch Klimamembranen genannt, verfügen.

So ist vor allem die Luftdichtigkeit der jeweiligen Konstruktion oder auch die Qualität der verwendeten Dampfbremse für die Lebensdauer eines Daches und auch die bauphysikalische Funktion ausschlaggebend. Daher lohnt es sich in diesem Punkt etwas mehr zu investieren, um später weniger Ärger durch eventuelle Schäden oder auch Reklamationen zu haben.