Überblick aller Sanitärobjekte für die Planung

Das Badezimmer: eine Oase der Entspannung

Das Badezimmer ist eines der neu entdeckten “Zimmer” in der Architektur. War es im letzten Jahrhundert eher ein Ort der funktionellen Reinigung und auf das Minimale reduziert, so entwickelt sich das Badezimmer immer mehr zu einer Oase der Ruhe und des Selbst-Findens. Kaum in einem Raum ist man so alleine wie im Badezimmer. Hier kann man in Ruhe den vergangenen Tag durchgehen, sich körperlichen Genüssen hingeben, im Spiegel beobachten, oder auch reinigen, entleeren, vom Schmutz befreien. Diesem Trend folgen nun auch die Sanitär-Objekte. In einer kaum überschaubaren Zahl sind sie am Markt. Die Advanceformen von Badewanne, WC, Waschbecken und Dusche sind ergänzt durch eine große Zahl an individuellen Entwürfen mit unterschiedlichen Materialien. Technologische Entwicklungen hinsichtlich Oberflächen und Funktion sind dabei genauso mit im Spiel, wie ästhetische Trends. Wie Möbelstücke werden nun die Einrichtungsgegenstände platziert und ausgesucht.

Die Materialien

Oberflächen aus Keramik

Die meisten Waschbecken, Waschtische und WCs sind aus Keramik hergestellt. Diese werden in einem Gussverfahren gegossen und gebrannt. Die Oberflächenglasur macht dabei das Objekt langlebig. Moderne Glasuren haben Eigenschaften wie: pflegeleicht, porenfrei, hochglänzend, und wasserdicht. Seifen, andere Laugen und Säuren sind zudem nicht gefährlich für die Oberfläche. Immer beliebter wird dabei der Lotoseffekt, der besagt, dass sich die Oberflächen wie von selbst wieder reinigen. Das Wasser und der Schmutz perlt ab, wie bei der Lotosblüte, die – im ärgsten Schmutz wachsend – strahlend auf der Oberfläche des Wassers ihre Blüten zum Himmel streckt. Dahinter liegt das Prinzip, dass der Kontakt mit der Wasseroberfläche durch Noppen verringert wird. Ebenfalls neu sind Glasuren mit Silber-Ionen. Silber wirkt antibakteriell und sorgt für besonders hygienische Zustände.

Sanitärobjekte aus dem Material Acryl

Acryl kommt heutzutage bei Badewannen und Dusch-Tassen zum Einsatz. Als thermoplastischer Kunststoff ist das Material leicht und gut formbar. Es ist günstiger, als Emaille oder Stahl und hat eine warme Oberfläche, was sich beim Baden angenehm auswirkt. Die Festigkeit von Acryl ist hoch, eine Pflegeleichtigkeit macht das Material beliebt. Verbundstoffe sind dabei eine neue Entwicklung: sie basieren auf Acryl- und Polyesterharz mit Mineralien. Dieses Material nennt man dann Mineralwerkstoff oder Mineralguss.

Emaille und Stahl als Material für Badewanne und Dusche

Stahlwannen mit einer Oberfläche aus Emaille sind seit langer Zeit in Verwendung und haben sich bestens bewährt. Hierbei dient die Emaille-Schicht als Oberflächenschutz vor Korrosion. Die Glasur der Emaille besteht aus natürlichen Rohstoffen: Metalloxide, Feldspat, Quarz und Pottasch bilden die wesentlichen Elemente. Eine Emaille-Wanne ist schmutzabweisend, antibakteriell, unempfindlich gegen Reinigungsmittel, hochglänzend und behält ihre Farbe beständig bei. Allerdings kann sie nicht so gut die Wärme speichern wie Acryl. Das Wasser ist deshalb schneller wieder kalt. Von der Formgebung her sind die Varianten begrenzt. Vorwiegend die klassische Form der Badewanne ist hier im Einsatz, sowie klassische Formen der Dusch-Tasse.

Die Elemente

Waschtische und Waschbecken

Zu den Hauptelementen einer Sanitäreinrichtung zählt das Waschbecken. Es besteht aus einem Auffangbecken für das Wasser, welches von oben aus einem Hahn herausfließt. In früheren Zeiten war es einfach ein ovales Becken aus Keramik, welches an die Wand geschraubt wurde. Die Form war organisch, sodass sich der Körper gut an die Form lehnen konnte.

Heutzutage gibt es ein ganzes Universum an unterschiedlichen Waschbecken. Von kleinen Schüsseln, die auf eine Platte gestellt werden, bis zu großen Waschtischen mit 2 Waschbecken nebeneinander, ist alles zu finden. Generell unterscheidet man aber noch immer hängende Waschbecken von Waschtischen. Als dritte Variante sind die Einbau-Waschbecken hervorzuheben, sie werden in eine Platte eingebaut. So ist die Platte zum Beispiel aus Stein, in die dann ein Loch gefräst wird und das Waschbecken wird darunter gehängt. Es verschmilzt das Waschbecken optisch mit der Platte.

Für Behinderte eignet sich besonders das hängende Waschbecken, weil man mit dem Rollstuhl darunter fahren kann. Waschtische wiederum haben meist Stauräume unter dem Becken, welche die Ordnung im Badezimmer verbessern können.
Die Tiefe der Waschbecken ist Geschmackssache. Es sollte jedoch immer genug Platz im Waschbecken selbst sein, über welches man sich beugen kann, sowie auch um das Waschbecken herum.

Für WCs gibt es eigene sehr kleine Waschbecken, diese können sehr schön inszeniert sein, oder aber auch nur, dem Zweck entsprechend, platzsparend dezent angebracht werden. Besonders platzsparend sind Eck-Waschbecken.

Badewannen

Badewannen sind heutzutage aus Acryl oder Stahl mit Emaille. Ihre Formen variieren stark von der klassischen Wanne mit den Maßen 70 cm mal 175 cm bis zu runden, ovalen oder sogar Eckformen. Die Badewanne ist der neue Entspannungsplatz des 21. Jahrhunderts. Eine Inszenierung dieses Badebereiches bringt wohltuende Erholung.
Für Behinderte Personen, die gerne baden, aber nicht mehr über den Badewannen-Rand steigen können, gibt es auch eine Badewanne mit eingebauter Tür. Hierbei kann man ebenerdig in die Badewanne steigen, und dann bei geschlossener Tür die Wanne voll laufen lassen. Zudem kann man diese Art der Badewanne auch als Dusche verwenden.

Dusch-Tassen und Seitenteile

Die Dusche ist dem Regen gleichzusetzen. Man steht dort, und lässt das Wasser am Körper runterlaufen. Natürlich kann man noch andere Dinge in der Dusche machen – wie Kleider reinigen – jedoch ist die ganz normale Reinigung des Körpers wohl das Wesentliche. Duschen können sehr unterschiedlich aussehen. Sie können einfach eine Box sein, bei der man die Tür zumacht, sie können hochwertig entworfen sein mit schönen Glaswänden, oder aber auch nur einen Fliesenboden mit einem Ablauf beinhalten.

Moderne Duschen haben meist eine Dusch-Tasse. Für Behinderte Personen versucht man, die Dusch-Tasse ohne Kante auszubilden, also man muss nicht etwa 10 cm in die Dusch-Tasse hinaufsteigen, sondern die Dusch-Tasse ist ebenerdig. Eine Dusche kann man bereits ab 80 cm mal 80 cm bauen, empfehlenswert sind jedoch größere Ausführungen, weil sie einfach mehr Komfort bieten.

Für kleine Badezimmer empfiehlt sich nur eine Dusche, oder eine Dusch-Badewanne. Sie enthält Elemente der Dusche in einer Badewanne. So kann man oftmals Seitenteile über der Badewanne herausklappen, und sich so eine Dusch-Zone schaffen, bei der nicht das ganze Badezimmer vollgespritzt wird.

WC

Das WC ist wohl der stillste Ort im Haus. Der, an dem man sich zurückziehen kann. Ein WC-Raum sollte daher so eingerichtet sein, wie es den Wünschen entspricht. Die Einen mögen es heimelig mit einer Menge Lesestoff, die Anderen ganz hygienisch. Bei den Sanitär-Gegenständen sind bei den WCs eine Menge unterschiedlicher Typen auf den Markt gekommen. Die meisten sind aus Keramik, jedoch gibt es Unterschiede in der Qualität.

Von der Form her unterscheidet man das Stand-WC vom Hänge-WC. Die Bezeichnungen sprechen für sich: bei einem Stand-WC steht das WC auf dem Boden, das Abflussrohr geht in den Boden hinein und macht dort meist eine Krümmung. Beim Häng-WC ist das Abflussrohr in die Wand eingelegt. Beide haben Vor- und Nachteile. Ein Stand-WC ist stabiler, aber schwieriger bei der Reinigung des umliegenden Bodens.

Des Weiteren unterscheidet man die Innenformen. Es gibt Flachspüler und Tiefspüler. Beim Flachspüler bleiben die Ausscheidungen auf einem Plateau liegen und werden erst durch die Spülung nach unten gesogen. Beim Tiefspüler rutschen die Fäkalien gleich ab, weshalb sich eine geringere Geruchsbelästigung einstellt. Auch ist das Fortspülen begünstigt, da die Fäkalien direkt ins Wasser fallen. Ein Tiefspüler ist aber trotzdem nicht jedermanns Sache, obwohl der Trend zu tiefspülenden Hänge-WCs geht.

Spülkästen können entweder in die Wand integriert sein, oder aber auch als eigene Kästen vor der Wand hängen. Spülkästen haben heutzutage 2 Knöpfe: einen Knopf für minimale Spülung, und einen weiteren Knopf für viel Wasserbedarf.

Besondere Toiletten

Toiletten sind auch immer eine At, seine Kultur zu leben. So sind die Toiletten in Asien ganz anders, wie im Westen. Aber auch bei uns haben sich Sonderformen herausgebildet, die den Gang auf die Toilette möglicherweise erleichtern. Da ist das Dusch-WC oder im französischen auch Bidet genannt. Es ermöglicht eine Wasserspülung des Intimbereichs nach erfolgter Sitzung.
Das spülrandlose WC hingegen hat einen großen Pluspunkt bei der Reinigung. Es ist besonders hygienisch, da es anstatt einer geschlossenen Spül-rinne eine offene Rinne hat, was eine bessere Reinigung und einen verminderten Nährboden für Bakterien bietet.