Zementestrich, Anhydritestrich & Trockenestrich – Vor- & Nachteile

Ein Estrich ist eine Schicht zwischen dem Untergrund und (zumindest in Wohnräumen) einem Parkett-, Fließen- oder Holzboden. In Lagerhallen, Kellern und anderen Räumen dieser Art genügt ein Estrich als Boden. Ein Estrich ist aber in jedem Fall nötig, da der Untergrund des Rohbaus oft uneben ist. Gelegentlich liegen auch Rohre und Leitungen frei auf dem Boden, z. B. bei einer Fußbodenheizung.

In diesem Artikel werden die Vor- und Nachteile der drei bekanntesten Estriche aufgezählt: Zementestrich, Anhydritestrich und Trockenestrich.

Was ist ein Zementestrich?

Estriche werden aufgrund unterschiedlicher Komponenten unterschieden. Darunter zählen die Einbauarten und die Art des Bindemittels im Strichmörtel. Bei einem Zementestrich handelt es sich um einen Fließestrich (Einbauweise) und das Bindemittel ist Zement.

Vorteile: Der Zementestrich (CT) gehört zu den beliebtesten Estricharten. Dieser Estrich wird aus Sand, Zement und Wasser hergestellt. Er ist leichter zu verarbeiten als ein Baustellenestrich. Bei einem Baustellenestrich handelt es sich um eine andere Art der Einbauweise. Ein Fließestrich, wie der Name bereits sagt, ist prinzipiell „flüssiger“ als ein Baustellenestrich. Dadurch verteilt er sich leichter als ein Baustellenestrich. Ein Vorteil des Zementestrichs ist also sein geringerer Arbeitsaufwand im Vergleich zum Baustellenestrich.

Wie bereits erwähnt wird der Zementestrich so genannt, da Zement das Bindemittel für den Estrichmörtel ist. Zement als Bindemittel hat einige Vorteile. Allen voran: Er ist extrem belastbar (wenn richtig verarbeitet) und sehr feuchtigkeitsresistent. Feuchtigkeit kann für viele Estrichtypen katastrophale Auswirkungen haben. Der Zementestrich kann in Innenräumen und im Freien verlegt werden. Ein weiterer Vorteil ist seine hohe Belastbarkeit. Die Belastbarkeit wird durch einen Festigkeitswert angezeigt. C20, C25, C30 sind die gängigsten Kennziffern der Festigkeitswerte.

Nachteile: Der Zementestrich hat eine sehr lange Trockenzeit. Begehbar ist der Boden nach etwa zwei Tagen, belastbar nach zehn Tagen. Für das Legen des Bodens muss man sogar ganze 20 – 30 Tagen warten. Ein weiterer Nachteil: Zementestriche sind sensibel in ihrer Trockenphase. Sie dürfen nicht mit zu viel Zugluft oder Luftfeuchtigkeit in Berührung kommen, sonst kann es zu Rissen kommen.

Was ist ein Anhydritestrich?

Der Name Anhydritestrich (CA) kommt vom Bindemittel Calciumsulfat. Deshalb wird dieser Estrich auch Calciumsulfatestrich (CE) genannt. Anhydritestrich ist genau wie der Zementestrich ein Fließestrich. Er wird vorgefertigt zur Baustelle geliefert und mit einer Pumpe großflächig und in einem Arbeitsgang verlegt. Er hat aber gegenüber dem Zementestrich einige Vor-, aber auch Nachteile.

Vorteile: Er hat eine sehr kurze Trockenzeit. Im Gegensatz zu einem Zementestrich ist der Anhydritestrich bereits sieben Tage nach seiner Verlegung begehbar. Ein weiterer Vorteil ist seine hohe Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit. Dies macht ihn zu einem optimalen Estrich bei einer Fußbodenheizung.

Nachteile: Der Anhydritestrich hat eine geringe Feuchtigkeitsresistenz. Dieser Estrich darf weder in Badezimmern noch im Außenbereich verlegt werden. Denn das Bindemittel Anhydrit wird zu Gips und zerbricht, sobald es mit Wasser in Berührung kommt. Danach ist der Estrich unbrauchbar.

Was ist ein Trockenestrich?

Ein Trockenestrich besteht aus vorgefertigten Platten. Dieser Estrichtyp wird deshalb auch Fertigteilestrich genannt. Wie alle Estriche hat auch er seine Vor- und Nachteile.

Ein Trockenestrich ist ein schwimmender Estrich. Das bezeichnet die Einbauart. Die Platten werden gewöhnlich (ist nicht zwingend nötig) auf eine Dämmschicht gelegt und stoßen nicht direkt an eine Wand an. Deshalb nennt man diesen Estrich auch schwimmender Estrich auf Dämmschicht. Zwischen den Estrichplatten und der Wand verhindert eine elastische Fuge (Dehnfuge) einen direkten Kontakt. Bei einem unsachgemäßen Einbau kann es zu Wärme- und Schallbrücken kommen. Wärme fließt ab, Schall wird leichter übertragen.

Unebenheiten zwischen dem Unterboden und dem Estrich werden durch eine Trockenschüttung ausgeglichen. Diese Trockenschüttung (ein Granulat) bietet eine weitere Wärmedämmung.

Estrichplatten gibt es aus unterschiedlichen Materialien. Beliebt sind Zement-Estrichplatten, aber auch Platten aus Materialien wie Gipsfaser, Gipskarton, Holzfaser und mit Zement gebundene Holzspanplatten.

Vorteile: Seine leichte Handhabung. Auch wenn davon abgeraten wird, könnte ein Hobbyhausbauer ihn selbst verlegen. Aber wie bereits oben erwähnt, kann es bei einem unsachgemäßen Einbau zu Wärme- und Schallbrücken kommen. Deshalb sollte der Einbau Profis überlassen werden. Ein weiterer Vorteil ist die fehlende Trockenzeit. Ein Trockenestrich ist sofort begehbar.

Nachteile: Seine Unverträglichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Eine zusätzliche Isolationsschicht ist zwingend nötig, wenn der Trockenestrich in Badezimmern oder Küchen verlegt wird.