Welche Haustypen gibt es? + Vor- & Nachteile

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Typen von Häusern, welche sich in ihrem Aussehen, ihren Funktionen, ihrer Raumaufteilung und ihrer grundlegenden Nutzung unterscheiden. Die vielen Haustypen können Sie unter anderem perfekt als Orientierung nutzen, wenn Sie ein Haus bauen möchten oder nach einem neuen Haus suchen. Genauso können Sie die verschiedenen Haustypen auch als Inspiration für Ihren Hausbau nutzen. Nachfolgend werden Ihnen daher die bekanntesten und wichtigsten Haustypen samt ihrer Vor – und Nachteile vorgestellt:

Massivhaus

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei dem Massivhaus um ein Haus, welches nach der Stein-auf-Stein-Bauweise errichtet wird. Ein Massivhaus wird in der Regel unter Verwendung von Beton errichtet. Genauso kommen häufig Kalksandstein sowie weiterer Gesteine zum Einsatz. Typischerweise nimmt die Konstruktion eines solchen Hauses mehrere Monate in Anspruch und setzt somit auch eine noch detailliertere Planung voraus. Punkten kann ein Massivhaus vor allem mit seiner hohen Lebensdauer, der Beständigkeit und geringen Instandhaltungskosten. Des Weiteren können Sie in Massivhaus besonders individuell planen. Massivhäuser sind zudem von einer guten Dämmung betroffen und weisen ein optimales Raumklima auf. Nachteilig sind neben der langen Planungszeit und Bauphase hingegen auch die höheren Kosten anzusehen, welche für ein Massivhaus fällig werden.

Fertighaus

Ein Fertighaus stellt den Gegenpart von einem Massivhaus dar, denn dieses muss nicht von Grund auf errichtet werden, sondern wird lediglich aus einigen Fertigteilen zusammengebaut, welche schon im Voraus errichtet wurden. Errichtet werden viele Fertighäuser im Zuge der Leichtbauweise. Der Vorteil eines Fertighauses besteht unter anderem in der schnellen Errichtung, welche trotz der fertigen Bauteile noch ein gewisses Maß an Individualität ermöglicht. Zudem sind Fertighäuser in der Regel günstiger als Massivhäuser und Sie können durch die Wahl der fertigen Komponenten im Voraus schon berechnen, welche Kosten auf Sie zukommen. Negativ zu vermerken ist allerdings, dass ein Fertighaus weniger Gestaltungsfreiraum bietet, einen geringeren Schallschutz und eine geringere Dämmung aufweist und zudem schneller an Wert verliert, sodass der Wiederverkaufswert gemindert wird.

Holzhaus

Unter den verschiedenen Haustypen lässt sich weiterhin in Holzhäuser unterscheiden, welche nahezu vollständig aus Holz bestehen und daher auf ganz andere Baustoffe als viele anderer Arten von Häusern setzen. Holzhäuser zeichnen sich somit vor allem durch ihren umweltfreundlichen Baustoff aus, welcher zudem auch zu einem angenehmen Wohnklima beiträgt. Des Weiteren sorgen Holzhäuser für einen guten Schallschutz und eine optimale Isolierung, was vor allem an der Wärmespeicherfähigkeit von dem Holz liegt. Die Lebensdauer von Holzhäusern ist allerdings nicht so hoch wie bei Häusern aus anderen Baustoffen. Beachten Sie auch, dass sich die Fassade von Holzhäusern über die Jahre verfärben kann.

Flachdachhaus

Besitzen die meisten Dächer eine gewisse Neigung, so weist das Flachdachhaus überhaupt keine Neigung auf. Ein Flachdachhaus lässt vor allem eine perfekte Planung des Grundrisses ohne Einschränkungen zu: Die Räume in den oberen Stockwerken lassen sich genauso nutzen wie in den unteren Stockwerken und sind nicht von Dachschrägen betroffen. Außerdem sorgt das flache Dach für einen modernen und futuristischen Stil. Dennoch ergeben sich mit Flachdachhäusern auch Nachteile: So müssen diese sehr häufig gewartet werden und sind zudem anfälliger für Schäden durch Feuchtigkeit und das Alter.

Ökohaus

Möchten Sie zu 100 % nachhaltig bauen? Dann sollten Sie auf ein Ökohaus als Haustyp setzen, denn dieses zeichnet sich durch genau diese Eigenschaft aus. Ökohäuser werden aus natürlichen Materialien errichtet und so wird hier oft auf Holz als Baustoff gesetzt. Lehm kommt ebenfalls meist zum Einsatz. Durch die natürliche Bauweise werden Schadstoffe vollständig verhindert. Außerdem tun Sie mit einem Ökohaus etwas für den Klimaschutz und für die Nachhaltigkeit. Punkten kann ein Ökohaus auch mit den Kosten, welche in der Regel geringer als bei vielen anderen Typen von Häusern ausfallen. Bedenken Sie trotzdem, dass ein Ökohaus eine geringere Lebensdauer als andere Haustypen aufweist und zudem wartungsintensiver ist.

Passivhaus

In die Reihe der nachhaltigen Haustypen kann auch das Passivhaus einsortiert werden. Es handelt sich hierbei um ein Haus, welches besonders energieeffizient errichtet wird. Unter anderem setzen Sie bei diesem Haustyp auf regenerative Energien und die Rückgewinnung von Abwärme. Außerdem kommen besonders Dämmungen, Lüftungssysteme, Energiespeicher und intelligente Haustechnik zum Einsatz. Neben seiner Nachhaltigkeit kann ein Passivhaus daher auch mit einer großen Kostenersparnis punkten. Weiterhin sorgt ein Passivhaus stets für einen hohen Wohnkomfort. Eine Heizanlage wird nicht benötigt und darüber hinaus stellt das Passivhaus einen Vorteil für die Gesundheit der Hausbewohner dar. Beachten sollten Sie jedoch, dass Sie zunächst eine hohe Summe für den Bau eines Passivhauses ausgeben müssen. Zudem ist Ihr Gestaltungsspielraum nicht besonders groß und ein Passivhaus stellt darüber hinaus in der Regel besondere Anforderungen an den Bauplatz.

Modulhaus

Wie schon vermuten können, wird ein Modulhaus nach dem Baukastensystem errichtet, denn dieses besteht aus einzelnen Modulen, welche Sie im Voraus nach Ihren eigenen Präferenzen zusammenstellen können. Dieser Haustyp ermöglicht Ihnen daher auch jederzeit eine Erweiterung, einen Ausbau oder einen Rückbau Ihres Modulhauses. Punkten können Modulhäuser auch mit ihrem schnellen Aufbau und ihren geringen Kosten. So erfolgt der Aufbau eines Modulhauses in der Regel in weniger als 24 Stunden. Nachteilig ist jedoch anzusehen, dass Sie mit einem Modulhaus an die Ausrichtung und den Aufbau der einzelnen Module gebunden sind und nicht vollkommen flexibel entscheiden können, wie Ihr Haus aussehen soll. Des Weiteren kann die Optik eines Modulhauses teilweise der Optik eines Containers ähneln.

Typenhaus

Bei einem Typenhaus handelt es sich um ein Haus, welches schon im Voraus in seinem Design und seiner Bauweise festgelegt wurde. So entspricht ein Typenhaus stets einheitlichen Standards, welche für dieses festgelegt wurden. Dadurch setzt das Typenhaus beim Bau viel weniger Planung voraus, was wiederum zu enormen Kostenvorteilen führt. Typenhäuser lassen sich zudem auf unterschiedliche Arten errichten: Eine Massivhausbauweise können Sie für Ihr Typenhaus daher ebenfalls anwenden. Des Weiteren entsprechen Typenhäusern erprobten Mustern – daher wurde diese schon häufiger errichtet und so können Sie Baufehler effektiv vermeiden. Eine besonders kurze Bauzeit und einen unkomplizierten und schnellen Bau weisen diese Haustypen ebenfalls auf. Bedenken Sie jedoch, dass Sie ein Typenhaus überhaupt nicht individualisieren können.

Bungalow

Bei einem Bungalow handelt es sich um einen speziellen Haustyp, denn dieser befindet sich ausschließlich auf einer Ebene und kann nicht mehrere Stockwerke aufweisen. Durch die flache Bauweise bietet der Bungalow vor allem eine Barrierefreiheit und eignet sich auch für Personen im höheren Alter oder mit einem Handicap. Zudem sind viele individuelle Bauformen mit einem Bungalow möglich. Tragende Wände müssen Sie für einen Bungalow zudem nicht berücksichtigen. Dies führt auch dazu, dass die Planung eines Bungalows schneller erfolgen kann und der Bau eines Bungalows zudem einen günstigeren Preis mit sich zieht. Des Weiteren ist ein Bungalow von äußerst günstigen Instandhaltungskosten betroffen. Sie sollten allerdings beachten, dass ein Bungalow in der Regel ein großes Grundstück benötigt, dass dieser eine größere Grundfläche aufweist als andere Arten von Häusern.

Villa

Möchten Sie ein großes und luxuriöses Haus bauen, so führt der Weg häufig zu einer Villa, denn diese vereint genau diese Faktoren. Villen werden auf einem großen Grundstück errichtet und bieten viel Platz für eine große Familie. Zudem sind diese von einem luxuriösen Raumkonzept betroffen. In der Regel sind auch die Decken in einer Villa höher als in anderen Haustypen. Daher erhalten Sie mit einer Villa ein Maximum an Gestaltungsfreiraum. Nachteile ergeben sich mit einer Villa vor allem auf der finanziellen Seite, denn es handelt es sich hierbei wohl um den teuersten Haustyp. Das liegt neben dem Preis zum Bau einer Villa auch an den hohen Instandhaltungskosten, welche eine Villa einbezieht.

Fachwerkhaus

Fachwerkhäuser sind gehen ursprünglich auf den Häuserbau im Anfang des letzten Jahrhunderts zurück, zeichnen sich heute aber wieder einer großen Beliebtheit aus, da diese eine einzigartige Optik aufweisen und dadurch deutlich aus der Masse der Häuser herausstechen. Sie haben daher auch heute die Möglichkeit, ein Fachwerkhaus zu bauen. Der Vorteile eines Fachwerkhauses liegt unter anderem darin, dass dieses eine gute Schall – und Wärmedämmung aufweist. Zudem verfügt dieses in der Regel über eine großzügige Aufteilung der Räume und ist außerdem wertstabil. Hingegen der Vorstellung, ein Fachwerkhaus sei teuer, entspricht dieses nahezu den gleichen Baukosten wie einem regulären Neubau. Nachteilig ist jedoch, dass Sie Ihr Fachwerkhaus häufiger und intensiver warten müssen und zudem höhere Kosten dazu berechnen müssen.

Doppelhaus

Ein Doppelhaus ist in zwei Hälften unterteilt, welche in ihrem Raumkonzept identisch sind und welche Sie unabhängig voneinander nutzen können. Mit einem Doppelhaus ergeben sich daher einige Vorteile für Sie, welche die Nutzung betreffen. Bauen Sie ein Doppelhaus, so können Sie die zweite Hälfte beispielsweise vermieten. Zudem können Sie mit einer größeren Familie einziehen und getrennt wohnen. Wohnen Sie in einer Hälfte des Doppelhauses, so entstehen für Sie außerdem geringere Heizkosten, da eine Doppelhaushälfte weniger Außenwände besitzt. Sie können ein Doppelhaus natürlich auch in einer Baugemeinschaft errichten und sind so neben den geringeren Baukosten von geringeren Nebenkosten betroffen. Dennoch müssen Sie auch die Nachteile beachten, welche mit einem Doppelhaus zusammenhängen: Zum einen ist der Wiederverkaufswert in der Regel geringer, da Einfamilienhäuser grundsätzlich beliebter sind. Zum anderen gelangt weniger Tageslicht in die von Ihnen genutzten Räume, da die Trennwand in der Mitte keine Fenster aufweist. Des Weiteren könnten Konflikte mit Ihren unmittelbaren Nachbarn entstehen.

Tiny House

Das Tiny House ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Das liegt daran, dass es sich hierbei um ein minimalistisches Haus mit einer kleinen Wohnfläche handelt, welches nur einem Bruchteil der Baukosten eines regulären Neubaus entspricht. Die geringeren Kosten für das Tiny House hängen auch damit zusammen, dass Sie für diesen Haustyp ein kleineres Grundstück benötigen. Zudem sind die Unterhaltungskosten äußerst gering. Nachhaltig bauen Sie mit einem Tiny House ebenfalls, denn es werden weniger Ressourcen für den Bau von einem solchen Haus benötigt. Des Weiteren ist die Instandhaltung von einem Tiny House deutlich einfacher – das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Sie weniger Zeit zum Putzen und Pflegen aufwenden müssen. Es gibt darüber hinaus sogar Häuser, welche auf Rollen errichtet werden. Somit können Sie sogar den Platz für Ihr Tiny House regelmäßig wechseln. Familientauglich ist ein Tiny House allerdings nicht. Zudem wird nicht jedes Tiny House genehmigt und so müssen Sie in der Regel zunächst durch ein aufwendiges Verfahren gehen, um die Genehmigung letztendlich zu erhalten. Weniger Komfort bietet ein Tiny House ebenfalls. Des Weiteren sind Sie auf wenig Platz beschränkt und müssen daher Ihren Lebensstil dementsprechend anpassen.

Ausbauhaus

Bei einem Ausbauhaus handelt es sich um eine spezielle Form eines Fertighauses, dessen Innenausbau nicht vorgenommen wird, sodass dieser von Ihnen übernommen werden muss. Dies führt für Sie zu großen finanziellen Vorteilen, da Ausbauhäuser deutlich günstiger sind. Zudem bietet Ihnen ein Ausbauhaus die gesamte Entscheidungsfreiheit, wenn es um den Innenausbau geht. Allerdings setzen Ausbauhäuser eine gewisses handwerkliches und bauliches Wissen bei Ihnen voraus. Zudem nimmt der Innenausbau viel Zeit in Anspruch, was Ihnen vor der Entscheidung für ein Ausbauhaus klar sein sollte.

Selbstbauhaus

Mit einem Selbstbauhaus legen Sie noch mehr Hand an als mit einem Ausbauhaus: Hier werden Ihnen lediglich die Bauteile auf Ihre Baustelle geliefert. Anschließend führen Sie den gesamten Bau des Hauses selbst durch. Dies führt dazu, dass natürlich enorme Kosten einsparen und zudem frei arbeiten können. Allerdings müssen Sie ein Experte im Bauwesen für den Selbstbau sein. Ein komplexes Haus können Sie auf diese Weise ebenfalls nicht aufbauen.

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