Welche Fassadenarten gibt es? Übersicht

Wer sich in der heutigen Zeit ein Haus bauen möchte, hat die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Gestaltung der Fassade. In den letzten Jahren haben sich mehr und mehr Techniken entwickelt, mit denen die Optik eines Hauses besonders individuell gestaltet werden können. Allerdings hat jede Variante sowohl Vor- als auch Nachteile – alle wichtigen Informationen stellen wir Ihnen nachfolgend genauer vor.

Die Fassade: Das Gesicht eines jeden Hauses

Die Fassade ist die Visitenkarte eines jeden Gebäudes – ist sie gepflegt, macht das Haus auf uns einen guten Eindruck. Zeigt sie sich verschmutzt und abgenutzt, wirkt das Gebäude nicht einladend auf uns. Genau deshalb ist es so wichtig, die Auswahl der richtigen Fassadenart sorgfältig zu planen. Der persönliche Geschmack spielt dabei sicherlich eine wichtige Rolle, noch bedeutender ist allerdings die Funktionalität – denn eine Fassade sollte immer zum Gebäude und zur Umgebung passen.

Gerade in Städten gibt es oft einen Bebauungsplan mit exakten Vorgaben bezüglich der Fassadengestaltung: Hier passiert es häufig, dass man eine bestimmte Fassadenart oder Farbpalette vorgegeben bekommt, an der man sich orientieren muss. Der Grund dafür ist, dass die Fassade optisch zu den umliegenden Gebäuden passen sollte, damit das Gesamtbild harmonisch wirkt. Vor allem in Altstädten, wo es viele denkmalgeschützte Gebäude gibt, sind solche Vorgaben gang und gäbe.

Wichtige Fragen, die es bei der Auswahl der Fassade zu klären gilt, sind unter anderem folgende:
– Wie viel Budget hat man zur Verfügung?
– Welche Witterungsverhältnisse herrschen am Standort?
– Soll es sich um eine Fassade für eine einschalige oder mehrschalige Wandkonstruktion handeln?

Die gängigsten Fassadentypen

Putzfassade

Die meisten modernen Einfamilienhäuser verfügen heutzutage über eine klassische verputzte Fassade in einem hellen Farbton oder schlichtem Weiß. Hierbei handelt es sich um eine einschalige massive Wand, welche als besonders preiswert und gleichzeitig nachhaltig gilt. Abhängig davon, welche Baustoffe für die Wände zum Einsatz kommen, kann der Putz entweder auf ein Wärmeverbundsystem oder direkt auf die Außenwand auftragen werden. Inzwischen gibt es eine beachtliche Auswahl an Putzarten und Fassadenfarben, so dass man hier einen großen Gestaltungsspielraum genießt.

Klinkerfassade

Insbesondere in Norddeutschland, aber auch vereinzelt in anderen Gebieten Deutschland trifft man Klinkerfassaden an. Meist aus rotem oder grauem Klinker bestehend sind solche Steinwände äußerst pflegeleicht, gleichzeitig bieten sie einen hervorragenden Schutz vor der Witterung. Das Material nimmt sehr wenig Wasser auf und gilt daher als besonders langlebig. Klinkerfassaden sind in zahlreichen Farbtönen erhältlich und erlauben somit eine Gestaltung nach dem eigenen Geschmack. Grundsätzlich wird die Klinkerfassade vor der tragenden Wand gemauert, dazwischen befindet sich eine Wärmedämmung.

Holzfassade

Einst als ländlich und altbacken verschrien sind Holzfassaden derzeit wieder groß im Kommen – vor allem aufgrund ihrer hervorragenden Dämmeigenschaften. Sowohl moderne Häuser als auch Gebäude im rustikalen Stil erhalten mit einer solchen Fassade eine wunderschöne ästhetische Hülle aus natürlichen Materialien. Hier muss zunächst eine Unterkonstruktion auf tragende Wände in Form stabiler Holzlatten errichtet werden. Darauf befestigt man nun die Fassadenelemente, die ebenfalls aus Holz bestehen. Entscheidet man sich für eine Außendämmung, sorgt eine Konterlattung für eine optimale Hinterlüftung.

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

Wärmedämmverbundsysteme werden häufig mit einer verputzten Fassade kombiniert und sorgen für eine maximale Wärmedämmung. Hierfür muss auf die tragenden Wände eine Dämmschicht aus Styropor aufgetragen werden, die anschließend verputzt werden muss. Auf diese Weise erhält man eine Fassade mit hervorragenden Dämmwerten, die sich farblich nach Belieben gestalten lässt. Durch die gute Dämmwirkung lassen sich langfristig hohe Heizkosten einsparen, weswegen sich WDVS durchaus lohnen. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Montage relativ aufwändig ist und auch die Investitionskosten höher sind als bei anderen Fassadenarten.

Energie sparen mit innovativen und wärmedämmenden Fassaden

Für den privaten Hausbau werden bislang nicht die selben Fassadenarten eingesetzt wie für öffentliche Gebäude, die inzwischen mit regelrechten Hightech-Fassaden ausgestattet sind. Dennoch gibt es auch für Privathäuser verschiedene energiesparende Fassadentypen, wie zum Beispiel solche, die auf Umweltbedingungen reagieren und sich automatisch an diese anpassen können. So entwickeln erste Unternehmen bereits Glasfassaden, welche nicht nur edel aussehen, sondern gleichzeitig auch als Wärmespeicher fungieren und die gespeicherte Wärme bei Bedarf an die Wohnräume abgibt.

Somit zeigt sich: Die Auswahl der richtigen Fassadenart sollte wohl überlegt sein. Denn schließlich handelt es sich dabei um ein Bauelement, welches über viele Jahrzehnte Bestand haben sollte.