Was ist ein Energiesparhaus? Vor- & Nachteile & Tipps

Was ist ein Energiesparhaus

Energiesparendes Bauen ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema. Stetig steigende Energiepreise und Umweltschutz stehen im Vordergrund. Energiesparhäuser sind umweltfreundlich und energiesparend. Beim Bau gibt es allerdings ein paar Punkte, die beachtet werden müssen, damit ein Haus ein Energiesparhaus wird.

Was zeichnet ein Energiesparhaus aus?

Ein Energiesparhaus zeichnet sich in erster Linie durch seinen geringen Energiebedarf aus. Aber nicht nur Neubauten können Energiesparhäuser sein, sondern auch aufgerüstete Altbauten. Das Ziel ist, eine energetische und ökologische Bauweise zu fördern und den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Mittlerweile sind Bauherren aufgrund der Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 2002 gilt, sogar dazu verpflichtet, energieeffizient zu bauen. Die Werte zum Heizwärme- und Primärenergiebedarf gelten hierbei als Richtlinie. Pro Jahr darf der Primärenergiebedarf 121 kWh je Quadratmeter nicht übersteigen. Der Heizenergiebedarf darf pro Quadratmeter bei 40 bis 80 kWh liegen.

Vor- und Nachteile eines Energiesparhauses

Wer einen Hausbau plant und seine Betriebskosten in Zukunft möglichst niedrig halten will, kommt um das Thema Energiesparhaus nicht herum. Sicher hat der Bau eines Energiesparhauses auch Nachteile, aber die Vorteile überwiegen hier deutlich. Der einzige Nachteil, den ein Energiesparhaus hat, sind die höheren Baukosten. Diese entstehen durch die höheren Aufwendungen für die Isolierung der Fußböden im Erdgeschoss und der Außenhaut des Hauses. Auch für die zusätzlich notwendige Technik werden höhere Ausgaben fällig. Viele haben die Befürchtung, dass die eingesparten Heizkosten den Wohnkomfort mindern. Das ist aber vollkommen unbegründet und es ist eher das Gegenteil der Fall. So werden im Energiesparhaus häufig Erdwärmepumpen eingebaut, die im Winter zum Heizen verwendet werden und im Sommer die Aufgaben einer Klimaanalage übernehmen.

Ein wichtiger Bestandteil der Isolierung eines Energiesparhauses sind die Dreifachverglasungen der Fenster und Türen. Mittlerweile ist die hier verfügbare Produktpalette der genauso groß wie bei der herkömmlichen Doppelverglasung. In Energiesparhäusern wird gerne eine Fußbodenheizung eingebaut, die Kombination mit einer solarthermischen Anlage umweltfreundlich und kostengünstig betrieben werden kann. Vor allem im Wohn- und Sanitärbereich stellt eine Fußbodenheizung eine entscheidende Wohnwertverbesserung gegenüber einer klassischen Warmwasserheizung dar. Eines der wichtigsten Argumente für ein Energiesparhaus sind die niedrigen Heizkosten. Der höhere Aufwand bei den Baukosten wird durch die Einsparung während der langen Nutzungszeit schnell wiedergutgemacht.

Tipps zum Energiesparhaus

Dämmung

Moderne Energiesparhäuser zeichnen sich durch einen ausgezeichneten Wärmeschutz aus. So geht die Energie, die zum Heizen verwendet wird, nicht sinnlos verloren. Die in der EnEV vorgeschriebenen Standards lassen sich in Massivhäusern am besten umsetzen. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Dichte der Gebäudehülle. Mit Hilfe des speziellen Blower-Door-Tests lassen sich undichte Stellen, die für Energieverluste verantwortlich sind, feststellen. Diese sogenannten Wärmebrücken sollten auf jeden Fall beseitigt werden.

Kompakte Gebäudeform bevorzugen

Beim Bau eines Energiesparhauses sollte eine kompakte Bauform ohne unnötige Vor- oder Anbauten bevorzugt werden. Dadurch kann das Haus am sparsamsten beheizt werden. Das gilt natürlich nicht für unbeheizte Anbauten wie Garagen oder Carports.

Effiziente Wärmeerzeugung nutzen

Wer energiesparend bauen und wohnen will, braucht eine energieeffiziente Wärmeerzeugung. Diese ist genauso wichtig wie ein guter Wärmeschutz. Außerdem sollte das Haus so ausgerichtet werden, dass die Sonne optimal genutzt werden kann. Aufenthaltsräume werden bestenfalls nach Süden ausgerichtet, Schlafräume in nördliche Richtung. In Verbindung mit großen Fenstern kann die Sonne in der kalten Jahreszeit die Räume zusätzlich aufwärmen. Im Sommer sollten die Fenster mit Rollos oder Markisen beschattet werden.