Schieferdach – was sind die Kosten & Vorteile?

Es gibt viele Möglichkeiten ein Dach zu decken. Eine Zeit lang verwendete man Schieferdächer nur in bestimmten Gegenden. Heute handelt es sich bei Schiefer jedoch um ein überaus beliebtes Material, das vor allem wegen seiner Natürlichkeit und der Langlebigkeit so geschätzt wird. Darüber hinaus darf man sich über individuelle Gestaltungsmöglichkeiten freuen und tut auch noch etwas für die Umwelt. Doch wie genau sieht es mit den Kosten aus und was sind die Vorteile eines Schieferdaches? Bevor man sich für dieses besondere Dach entscheidet, sollte man sich natürlich gründlich informieren…

Schieferdächer und ihre Vorteile

Bei Schiefer handelt es sich um ein Naturgestein, das keine bedenklichen Inhaltsstoffe beinhaltet. Schiefer wird im Bergwerk abgebaut, danach jedoch fast nicht mehr weiterverarbeitet. Das bedeutet, dass ein Schieferdach in seiner Herstellung nur wenig Energie benötigt und daher auch aus Sicht der Umwelt eine gute Investition ist.

Außerdem haben Schieferdächer einen sehr hohen Dichtigkeitsgrad und weisen nur eine sehr geringe Porosität auf. Das Dach ist somit extrem langlebig und kann Regen, Schnee und der extremen Sonneneinstrahlung im Sommer über mehr als 100 Jahre standhalten. Jedenfalls in den meisten Fällen. Die Kosten eines Schieferdachs rentieren sich damit mit Sicherheit. Defekte Steine können zudem sehr einfach ausgetauscht werden und dennoch bleibt das Gesamtbild gleichmäßig.

Welche Voraussetzungen braucht das Schieferdach?

Wer sich ein Schieferdach wünscht, muss eine gewisse Dachneigung zu bieten haben. Ab einer Dachneigung von etwa 12 Grad kann ein Schieferdach seine Anwendung finden.

Es gibt unterschiedliche Deckmethoden bei Schieferdächern. Eine sogenannte Vollschalung ist bei den meisten Methoden jedoch notwendig. Das bedeute, dass das ganze Dach zuvor mit Holz verkleidet wird und erst danach finden die Schiefersteine ihren Platz darauf. In manchen Fällen genügt auch eine einfache Lattung mit entsprechender Unterspannbahn. Wer ein Schieferdach wählt, der sollte in jedem Fall zum Profi gehen.

Unterschiedliche Arten

Je nach der Neigung des Daches, nach dem individuellen Geschmack sowie nach dem Geld, das zur Verfügung steht, gibt es verschiedene Deckarten, die man bei Schieferdächern wählen kann.

  • Bogenschnittdeckung (oder Universaldeckung) ist eine beliebte Variante. Diese Methode gilt als preiswert. Die Schiefersteine kommen in zwei Standardgrößen, die sich für Dachneigungen von 25 Grad bis 40 Grad eignen. Bei dieser Methode muss man mit 60 bis 80 Euro pro Quadratmeter inklusive Arbeit rechnen.
  • Auch die beliebte Altdeutsche Deckung gibt es. Die Steine sind dabei stets unterschiedlich groß, was besonders traditionell wirkt. Diese Form der Deckung gilt jedoch als anspruchsvoll und kompliziert, weshalb man mit Kosten von rund 100 bis 120 Euro pro Quadratmeter rechnen muss inklusive der Arbeit.
  • Die Rechteck-Doppeldeckung ist eine Deckung, die stets parallel zur Lattung verläuft, und zwar in geraden Linien. In diesem Fall ist keine Vollschalung nötig. Diese Deckungsart kostet etwa 80 Euro pro Quadratmeter.
  • Auch die sogenannte Wilde Deckung ist sehr beliebt. Sie gilt als besonders aufwendig und als die kostspieligste Deckungsart. Man verwendet hierfür nur unbehauene Steine. Rechnen muss man hierbei mit etwa 140 Euro pro Quadratmeter.
  • Die Schuppendeckung gibt es auch noch. Sie wird gerne als Schwester der Altdeutschen Deckung bezeichnet, denn in ihrer Optik sind sich die beiden Arten sehr ähnlich. Man bekommt diese Deckung bereits ab rund 70 bis 80 Euro pro Quadratmeter.

Kontrollen und Wartung

Wer ein Schieferdach besitzt, der sollte es regelmäßig vom Profi kontrollieren lassen. Nach etwa 3 Jahren nach der Deckung, sollte man das Dach genauer ansehen lassen. Zu Rissen und anderen Problemen kann es natürlich auch bei einem Schieferdach kommen. Auch Algen und Flechten können sich auf den Dächern ansetzen. Diese können einfach durch einen Hochdruckreiniger beseitigt werden.

Fazit:

Schieferdächer sehen nicht nur toll aus, sondern können auch eine sehr lange Lebensdauer versprechen. Wer nach einem langlebigen, robusten Dach sucht, der sollte Schiefer eine Chance geben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man auch die passende Dachneigung dafür hat.

Heute stehen uns unterschiedliche Deckungsarten zur Verfügung. Diese variieren sowohl in ihrer Optik als auch in der Größe der Schiefersteine. Geeignet sind sie für unterschiedliche Dachneigungen und Budgets.

Wer auf Schiefer setzen will, sollte wissen, dass das Dach an sich sehr pflegeleicht ist. Wie bei jedem anderen Dach, kann es natürlich auch bei Schiefer zu Rissen und Schäden durch Wind und Wetter kommen. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher unumgänglich und sollte daher in jedem Fall in Abständen durchgeführt werden.