Haus dämmen – ja oder nein? Aufklärung

Ein Haus bietet Zuflucht, Schutz und Geborgenheit – für letzteres sind Wärme und stabile Mauern eine wichtige Voraussetzung. Damit die durch Heizung oder Kamin erzeugte Wärme nicht schnell und wirkungslos verpufft, sind gut isolierte Wände notwendig. Die entsprechenden Bautechniken- und Methoden haben hier in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und haben es Dämmungen für das Haus inzwischen in das Standardrepertoire der Zusatzmaßnahmen im Rahmen eines Neubaus geschafft. Doch sind diese Verstärkungen der Außenmauern und Fassade wirklich notwendig? Immerhin kostet dieser zusätzliche Bauschritt nicht wenig, bei einem Neubau können pro Quadratmeter leicht 20,- Euro und mehr fällig werden. Wir geben Ihnen Auskunft über die Pros und Kontras des Dämmens und räumen mit weit verbreiteten, aber falschen Informationen auf.

Welche Vorteile bietet eine umfassende Dämmung?

Zu den unbestreitbaren Vorteilen, die eine Dämmung der Wände mit sich bringt, zählt ein angenehm konstantes Raumklima bei niedrigerer Heizleistung. Durch nicht energetisch optimierte Wände kann warme Raumluft entweichen, vor allem in kühleren Jahreszeiten oder in schattig gelegenen Häusern kann das zu Frösteln in den Zimmern führen. Die sogenannten Lüftungswärmeverluste treiben Ihre Heizkosten in die Höhe, da für eine angenehme Raumtemperatur mehr Heizleistung notwendig ist. Die Ersparnis durch Wärmedämmung kann bei einem durchschnittlichen Haus mit etwa 130 Quadratmetern Fläche einige hundert Euro im Jahr betragen. Die Gebäudehülle speichert erzeugte Wärme effizienter im Inneren und schützt nachhaltiger gegen das Auskühlen.

Ein weiterer Vorteil ist im wahrsten Sinne des Wortes grün. Eine geringere Heizleistung bedeutet gleichzeitig, dass dafür notwendige Ressourcen geschont werden. Das fällt vor allem bei der Verbrennung fossiler Brennstoff wie Holz oder Öl ins Gewicht, da so Rohstoffe eingespart werden können. Auf diese Weise reduzieren Sie Ihren CO2-Fußabdruck dauerhaft, leisten einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz tun der Umwelt etwas Gutes.

Auch die Bausubstanz trägt einen Nutzen bei solch einer Zusatzdämmung davon, denn sie ist das wohl elementarste Gerüst des Hauses. Witterung, Temperaturstürze und schlichtweg der Zahn der Zeit nagen an der Substanz und machen sie so über die Jahrzehnte hinweg brüchig und lässt Feuchtigkeit leichter eindringen. So kann sich Schimmel festsetzen, was wiederum Ihrer Gesundheit abträglich ist und Sanierungsmaßnahmen notwendig macht. Eine umfassende Wärmedämmung legt sich wie ein Mantel um die Bausubstanz und schützt so vor kleineren Rissen im Mauerwerk durch Temperaturstürze, Putzschäden und Nässe durch eindringenden Schlagregen.

Diese konservierenden und kostensenkenden Effekte einer Dämmung tragen insgesamt zu einer nicht unerheblichen Wertsteigerung Ihrer Immobilie bei. Viele Bauherren berücksichtigen heute bereits notwendige Maßnahmen bei einem Neubau und immer mehr Eigenheimbesitzer rüsten ein noch nicht dahingehend optimiertes Objekt auf. So können Sie einen besseren Energieausweis erhalten, der beim eventuellen Verkauf des Hauses den Preis nach oben treibt.

Welche Nachteile bringt eine Dämmung am Haus mit sich?

Neben den oben genannten Vorteilen wird auch zunehmend Kritik vorgebracht. So sollen die Dämmungsschichten an den Wänden zum erhöhten Einschluss von Feuchtigkeit und Tauwasser führen, die freie Luftzirkulation und damit ein gesundes Raumklima behindern und – nicht zuletzt – extrem aufwändig sein. Diesen Punkten gehen wir nachfolgend für Sie auf den Grund.

Durch eine hochwertige Dämmung wird die Zirkulation der Luft durch die Spalten und Ritze des Mauerwerks verhindert. Das ist korrekt und im Sinne der Sache, da gleichzeitig mit der Raumluft auch die Wärme entweicht, was zu steigenden Heizkosten führt. Das verträgliche Raumklima leidet jedoch mitnichten darunter: In jedem Falle sollte die Luft eines Zimmers durch regelmäßiges Stoßlüften ausgetauscht werden. So ist stets für eine gesunde und angenehme Luftqualität gesorgt. Menschen mit sensiblen Atemwegen oder Allergien sollte dieses Lüften mehrfach am Tag vornehmen.

Schimmel, hervorgerufen durch Feuchtigkeit, ist in der Tat ein häufiges Problem in Häusern und Wohnungen. Besonders in den kalten Monaten stoßen warme und feuchte Zimmerluft mit frostiger kalter Luft von außen regelrecht zusammen, so bildet sich schnell Kondenswasser an Fugen, Türen und Fenstern. Das führt auf Dauer zu starker Schimmelbildung. Schuld ist jedoch nicht eine eingebaute Dämmung: Wenig Lüften sowie Lücken in der Isolierung führen zu dieser Kollision zwischen den Lufttemperaturen. Eine durchgehende Dämmung wirkt hier vorbeugend und beseitigt vorhandene Lücken im Mauerwerk, durch die Kälte und Feuchtigkeit eindringen könnten. Damit wird auch präventiv dem Einschluss von Tauwasser in den Wänden entgegengewirkt.

In Sachen Aufwand ist ein genauer Durchdenken der Situation berechtigt. Gerade bei bereits bestehenden Objekten kann der nachträgliche Einbau einer energetischen Dämmung teuer werden und einige Umbaumaßnahmen notwendig machen. Die genaue Dauer dieses Umbaus sowie die Höhe der anfallenden Kosten hängen vom Alter, der Bausubstanz und der Größe der Immobilie ab.

Fazit

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, in Ihrem Eigenheim eine Dämmung für die Wände und/oder die Fassade anzubringen, sollten Sie sich vom Betrieb Ihres Vertrauens einen Voranschlag bezüglich der Kosten und des Arbeitsaufwands geben lassen. Eine gute und hochwertige Dämmung kann die Energieeffizienz, den Wohnkomfort sowie den Marktwert Ihres Zuhauses erheblich verbessern. Auch eine teilweise Dämmung kann bereits Abhilfe schaffen, diese fällt um einiges günstiger aus, als die Komplett-Variante.