Fertigkeller: Mit welchen Kosten/Preisen kann man rechnen?

Wer ein Haus bauen möchte, steht heute oft vor der Frage, ob ein Keller gewünscht wird oder nicht. Früher Standard beim Hausbau sparen sich heute viele Menschen die Kosten lieber. Wer ein besonders preisgünstiges Haus bauen und trotzdem nicht auf den Keller verzichten möchte, kann in einem Fertigkellern eine gute Alternative finden.

Ein Fertigkeller oder ein herkömmlicher Keller?

Beim Fertigkeller werden die Bauteile für den kompletten Keller in einem Werk vorgefertigt. Die Module sind spezielle Konstruktionen aus Leicht- oder Stahlbeton.
Mit dem LKW werden die Teile angeliefert und mit dem Autokran an Ort und Stelle gehievt. Die Firma, die die Teile herstellt, übernimmt in den meisten Fällen auch den Zusammenbau vor Ort.

In die Bauteile können Elemente wie Rohre, Anschlüsse und sonstige Details bereits ab Werk eingearbeitet sein.
Ein herkömmlicher Keller dagegen wird vor Ort Stein für Stein gemauert. Durch die nassen Arbeiten mit dem Mörtel ist ein solcher Keller zunächst einmal feucht. Je nach Witterung und Umgebung kann eine längere Trocknung notwendig sein. Dies zieht die Bauarbeiten mitunter um mehrere Wochen oder sogar Monate in die Länge.
Der Fertigkeller kann an einem schönen Tag angeliefert und binnen weniger Stunden bis Tage fertig aufgebaut werden.

Was bei einem Fertigkeller zu beachten ist

Vor dem Bau oder der Beauftragung des Kellers, müssen Bauherren einige Vorarbeiten und Prüfungen durchführen lassen.
Um überhaupt einen Keller ins Erdreich einbringen zu können, muss der Boden eine Mindestdruckfestigkeit von 25 N/cm² aufweisen. Zu beachten sind außerdem der Grundwasserstand sowie die Möglichkeiten der Zufuhr der Fertigteile. Auf sehr matschigen und weichen Untergründen kann das schwierig werden. Der Kran muss ebenfalls sicher nahe der Baugrube aufgestellt werden können.
Diese Prüfungen führt ein vor Ort ansässiges Unternehmen für den Bau von Fertigkellern sehr wahrscheinlich selbst durch. Ansonsten müssen Bauherren ein Bauingenieur für diese Arbeiten engagieren.

Die Kosten für den Fertigkeller

Sind die Begebenheiten vor Ort perfekt und die Baugrube entsprechend der Maße des Kellers sauber ausgehoben, kann es bald losgehen. Zunächst wird aber noch eine Unterbetonschicht benötigt, auf der die Kellermodule sicher aufgesetzt werden können.

Für diese beiden Arbeiten fallen schon mal folgende Kosten an

Baugrube ausheben, Erdreich abtransportieren und entsorgen
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus zwischen 5.000 Euro und 11.000 Euro

Sauberkeitsschicht einbringen
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ca. 1.500 Euro

Die Kosten für den Fertigkeller selbst belaufen sich

Ausbaukeller (ohne Außen-Isolierung und Innentreppe) 25.000 Euro bis 30.000 Euro

Komplettkeller (inklusive Treppe und zum Innenausbau vorbereitet) 30.000 Euro bis 35.000 Euro

Durchschnittlich müssen Bauherren bei einem Fertigkeller also mit Kosten von ca. 40.000 Euro rechnen.

Angebote einholen und vergleichen

Bei diesen Preisen kann es sich nur um Richtwerte handeln. Die Preise und Leistungen können sich je nach Anbieter enorm unterscheiden. Alleine bei den Erdarbeiten können die Untergrundbeschaffenheit, Gesteinsblöcke im Erdreich oder Grundwasser die Kosten schnell um einige tausend Euro schwanken lassen.

Die Keller selbst gibt es in unzähligen Ausstattungsvarianten und Mitbauweisen. Daneben ist es möglich, einen Neubau auch nur teilweise zu unterkellern. Manche Fertighäuser verfügen über einen Technikraum mit Abstellkammer, der in ein vergleichsweise kleines Loch eingebracht werden kann.

Wer bauen möchte, muss sich gründlich informieren und sollte stets mehrere Angebote zum Vergleich einholen.
Qualität und Zuverlässigkeit spielen neben dem Preis bei Bauleistungen die größte Rolle. Feuchte Keller oder rissige Wände im Untergeschoss zählen mit zu den häufigsten Baumängeln in Deutschland.