Fertighaus Holzständerbauweise: Vor- & Nachteile

In den USA oder Skandinavien ist die Holzständerbauweise seit vielen Jahrhunderten die übliche Konstruktionsmethode für Einfamilienhäuser. Bei uns in Deutschland ist diese Art des Hausbaus noch recht neu. In dieser Kategorie werden vor allem günstige Fertighäuser angeboten.

Holzständerbauweise – was ist das eigentlich?

Ein anderer Begriff für diese Art von Haus ist Holzrahmenbau. Statt mit Steinen wird fast ausschließlich mit Holz und faserigem Dämmmaterial gearbeitet.
Als Fundament dient wie bei allen Häusern eine Bodenplatte aus Beton und Estrich. Auf diese werden die Holzständer, die den Rahmen des Hauses bilden, mit Ankern aufgebracht. Anschließend wird das Haus in den Grundformen aus soliden Balken (Holzständer) vorkonstruiert.
Vor dem weiteren Ausbau steht ein Holzgerippe mitsamt Dachgrundkonstruktion da. Aus diesem Erscheinungsbild leitet sich die Bezeichnung „Skelettbauweise“ ab.
Wie viele Balken das Grundgerüst des Hauses bilden und wie dick diese sind, kann ganz unterschiedlich sein.
Später werden die Räume zwischen den Balken mit Dämmmaterial gefüllt und die Konstruktion mit Leichtbauplatten abgedeckt. Auf diesen Platten wird abschließend ein Putz aufgebracht.

Was ist der wesentliche Unterschied zu anderen Haus Arten?

Steinhäuser werden in der klassischen Bauweise nass gemauert. Fertighäuser können auch aus trockenen Stahlbetonelementen bestehen.
Das Fachwerkhaus ist ein Mischtyp, bei dem zwischen den massiven Balken Mauerwerk eingezogen wird. Die Balken eines Fachwerkhauses sind wesentlich dicker als beim Holzständerbau. Außerdem ist die Art der Rahmenkonstruktion meistens eine ganz andere.
Ein Blockhaus ist zwar auch ein reiner Holzbau, wird aber anders aufgebaut. Massive Blockbohlenhäuser bestehen rundherum aus aufgeschichteten Holzbalken. Einen Holzrahmen in dem Sinn gibt es nicht. Die Stabilität wird über die Kreuzung und Verschränkung der einzelnen Längsbalken erreicht.

Die Vorteile der Holzständerbauweise

Das größte Plus dieser Art von Haus sehen die meisten Bauherren eindeutig im Preis. Je nachdem mit welchen Hölzern und Balkenstärken gearbeitet wird, sind tatsächlich unschlagbar günstige Preise möglich.

Ein Holzständerbau ist binnen weniger Tage komplett aufgebaut und im Rohbau bezugsfertig. Trocknungszeiten entfallen.

Holz ist ein sehr flexibles Material und lässt Gestaltungsmerkmale zu, die mit Stein nicht realisiert werden können oder viel zu teuer wären.

Ein Holzständerbau kann komplett aus Naturmaterialien erstellt werden. In hochwertigen ökologisch durchdachten Häusern dienen nur hochwertige und schonend behandelte Hölzer als Basis. Zur Dämmung sind Naturfasern wie Wolle, Hanf, Flachs oder reine Holzfaserdämmplatten geeignet.

Viele Menschen empfinden Holzhäuser insgesamt als wärmer und lebendiger.

Ein qualitativ hochwertiges und beständig gepflegtes Holzhaus muss in der Lebensdauer einem Steinhaus in nichts nachstehen. Die teils hundert Jahre und mehr alten Holzgebäude in Skandinavien sind dafür der beste Beweis.

Holzbau gilt als nachhaltig, da die Materialien sehr einfach entsorgt werden können und Holz ein nachwachsender Rohstoff ist.

Die Nachteile der Holzständerbauweise

Auf dem Markt befinden sich leider immer mehr sehr minderwertige Häuser. Diese locken mit einem fantastischen Preis, bescheren den Bauherren später aber horrende Folgekosten. Mängel und Bauprobleme sind bei Fertighäusern in der Holzständerbauweise sehr häufig anzutreffen. Interessenten sollten die Firma und die Zufriedenheit von ehemaligen Kunden gut prüfen.

Ein Holzständerbau wird zwar trocken aufgebaut, kann später aber leicht Feuchtigkeit ziehen. Bei Holz gibt es massive Qualitäts-Unterschiede. Die verwendeten Dämmmaterialien sowie der Standort des Hauses spielen dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle. Unterkellerte Holzständerbauten können Feuchtigkeit aus der Tiefe ziehen. Einmal feucht gewordenes Holz kann nicht so leicht wieder getrocknet werden.

In Holzständerbauten dringen mehr Insekten ein als in Steinhäuser. Holz und Dämmung sollten zum Schutz gut imprägniert und behandelt sein. Da Holzständerbauten insgesamt dichter gebaut sind als Steinhäuser dünstet das Holz mehr aus. Eventuelle Schadstoffe gelangen leichter in die Raumluft.

Die Dämmung zwischen den Balken kann mit den Jahren nachgeben oder sogar verrutschen.

Insgesamt werden Holzständerbauten bei uns immer noch als minderwertig erachtet. Wer ein solches Haus wieder verkaufen möchte, muss bereits nach wenigen Jahren mit einem deutlichen Wertverlust rechnen.

Die Schalldämmung in einem Holzständerbau kann schlechter sein als in einem Steinhaus.

Ein Holzhaus ist insgesamt pflege- und wartungsintensiver.

Holzständerbauweise ja oder nein – ein Fazit

Ein Holzhaus sollte man wirklich haben wollen und nicht nur aus Kostengründen wählen! Wer das Naturmaterial Holz liebt, gerne pflegt und die besondere Raumatmosphäre zu schätzen weiß, wird mit einem Holzständerbau sicher glücklich werden.
Wie bei allen Fertighäusern darf auch bei einem Holzständerbau nicht an wichtigen Details gespart werden. Als Baupartner sollten Bauherren unbedingt Firmen wählen, die auf langjährige Erfahrung zurückblicken und viele gute Referenzen vorweisen können.