Dachziegel – Ton oder Beton? Vor- & Nachteile

Hersteller von Betondachziegeln konnten sich in den letzten Jahren an einer immer weiter steigenden Beliebtheit ihrer Produkte erfreuen. Die Vorurteile, mit welchen der Betonziegel jahrzehntelang zu kämpfen hatte, scheinen überwunden, und durch seine Vorteile gegenüber dem klassischen Tonziegel macht er ebendiesem ernstzunehmende Konkurrenz. Doch wie gut sind Betonziegel auf dem Dach wirklich, und worauf sollte man bei der Wahl der Dachziegel-Art besonders achtgeben?

Tondachziegel – Der Klassiker schlechthin

Tondachziegel weisen eine jahrtausendealte Tradition auf. Bereits in der Antike wurden Dächer mit Ziegeln aus Ton gedeckt. Sie gelten als langlebig mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren. Viele namhafte Hersteller garantieren eine Lebensspanne von 30 Jahren. Es gibt Tondachziegel in verschiedenen Farben und Varianten, wovon die am weitesten verbreitete wohl der naturrote Dachziegel ist. Seine Farbe ist darauf zurückzuführen, dass zur Herstellung von Tondachziegeln ein rötlicher Ton verwendet wird. Dieser wird in Form gebracht und für 24 Stunden mit bis zu 1200° Celsius gebrannt.

Engobierte Ziegel hingegen, eine Variante des Tondachziegels, werden vor dem Brennvorgang mit einer dünnen Schicht Tonschlamm überzogen. Durch das Beimischen von Farbpigmenten ist es möglich, verschiedenfarbige Ziegel herzustellen. Engobierte Ziegel weisen jedoch kaum bis keine funktionalen Vor- oder Nachteile gegenüber naturroten Tonziegeln auf. Bezüglich Mooswuchs sind vielmehr andere Faktoren wie Witterungsbedingungen ausschlaggebend. Ähnliches gilt für glasierte Tonziegel. Glasierte Tonziegel werden ebenso wie engobierte Ziegel mit einer Schicht flüssigem Ton überzogen. Zusätzlich wird diesem Ton geschmolzenes Glas beigemischt.

Das Endergebnis ist schließlich ein glänzender Ziegel, dessen harte, glatte Glasur dabei hilft, Verschmutzungen vorzubeugen. Zu beachten ist, dass bestimmte Regionen Beschränkungen bezüglich der Dachfarbe aufweisen, was bei der Wahl des Dachziegels berücksichtigt werden muss.

Preiswert und umweltfreundlich – Der Betondachziegel

Tondachziegel überzeugen definitiv durch ihre optische Vielfalt und Langlebigkeit. Letztere ist auf ihre energieintensive Produktion zurückzuführen. Dies spiegelt sich sowohl im Preis als auch in der CO2-Bilanz wider: In beiden Punkten sind ihnen Betondachziegel überlegen. Diese bestehen zum Großteil aus Sand, Zement und Farbpigmenten und werden bei Temperaturen von lediglich 60° Celsius getrocknet. Somit stellen sie aus finanzieller sowie ökologischer Sicht die deutlich bessere Wahl dar.

Darüber hinaus bedeutet Ihre höhere Dichte eine bessere Frostresistenz. Des Weiteren werden Betondachziegel mit der Zeit immer härter, was sie widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen macht. Betonziegel sind schwerer als Tondachziegel, wodurch sie selbst stärkerem Wind standhalten. Dies stellt mitunter, je nach Windintensivität einer Region, den entscheidenden Vorteil gegenüber Tondachziegeln dar. Mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von rund 40 Jahren können sie aber hinsichtlich Langlebigkeit nicht ganz mit Tonziegeln mithalten.

Persönliche Vorlieben – Die Entscheidung in der Realität

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Entscheidung aus rein technischer Sicht kaum möglich ist. Ton- und Betondachziegel weisen viele Gemeinsamkeiten auf und erfüllen ihre Aufgabe, vor Regen, Wind und Schnee zu schützen, hervorragend. Dementsprechend sind in der Realität wohl zumeist der finanzielle Aspekt beziehungsweise persönliche Geschmäcker ausschlaggebend, welche Ziegelart es schlussendlich auf das Dach des Eigenheimes schafft.