Bodengutachten beim Hausbau – mit welchen Kosten muss man rechnen?

Wer ein Grundstück bebauen möchte, sollte vor den Arbeiten ein Bodengutachten erstellen lassen. So mancher Baugrund kann Probleme mit sich bringen, die nur von einem Fachmann ausreichend erkannt werden können.

Wissenswertes zum Bodengutachten

Ein Haus kann nicht einfach so auf jede Art von Untergrund gestellt werden. Das Erdreich besteht aus verschiedenen Schichten. Unterschiedliche Arten von Erde, Gestein und Ansammlungen von Grundwasser können in der Tiefe verborgen sein.
Gelegentlich befinden sich auf Grundstücken sogar Altlasten wie Bauschutt, asbesthaltige Rückstände und andere unliebsame Überraschungen.

Diese Faktoren können erhebliche Auswirkungen auf einen geplanten Bau haben. Die Erstellung eines Gutachtens wird daher bereits vor dem Erwerb eines Grundstücks empfohlen. Zeigen sich durch die Untersuchung Umstände, die dem Bau im Wege stehen könnte oder diesen sogar vollkommen unmöglich machen, mindert das den Wert des Grundstückes erheblich.

Was bei einem Bodengutachten genau gemacht wird

Der Bodengutachter untersucht ein Grundstück gezielt auf die Bebaubarkeit. Dazu werden Bodenproben entnommen, Druckmessungen vorgenommen und Bohrungen durchgeführt. In der Regel wird der Fachmann dort bohren, wo später die Ecken des Baus stehen sollen.
Gibt der Boden dort zu viel nach oder sind Absenkungen zu erwarten, kann ein Bau eventuell trotzdem durchgeführt werden, wenn er anders ausgerichtet wird. Dann stehen Bohrungen an einem alternativen Standort an.
Die Kosten für den Aushub des Erdreiches für einen Kellerbau richten sich nach der Erdbeschaffenheit. Ist der Bauherr vorab informiert, vermindert sich das Risiko unliebsamer Folgekosten.

Das Bodengutachten klärt folgende Fragen

  • Ist das Erdreich ausreichend tragfähig?
  • Kann das Grundstück wie vorgesehen bebaut werden?
  • Sind Probleme durch Feuchtigkeit und Grundwasser zu erwarten?
  • Befinden sich schwer durchdringbare Gesteinsplatten im Untergrund?
  • Kann das Erdreich einfach ausgehoben werden?
  • Welche Kosten sind für den Aushub des Erdreiches zu erwarten?
  • Ist ein Kellerbau aufgrund der Druckverhältnisse möglich?

Die Kosten für ein Bodengutachten

Ein einfaches Gutachten schließt die Klärung der oben genannten Fragen ein. Fallen dabei Besonderheiten auf, können zusätzliche Sondierungen des Erdreichs fällig sein. Je mehr Untersuchungen notwendig sind, desto höher fallen die Kosten aus.

Die Kosten für ein Standard Bodengutachten liegen zwischen 500 Euro und 1000 Euro.

Ein erweitertes Gutachten eventuell auch mit detaillierten chemischen Analysen des Erdreichs (bei Verdacht auf Giftmüll) kostet 2000 Euro bis 2500 Euro.

Wer ist für solche Arbeiten zuständig?

Für die Erstellung der Gutachten sind speziell geschulte Techniker zuständig. Das können Geologen, Baubiologen, Baustatiker oder Bauingenieure sein. Für die genaue Analyse des Erdreiches gibt es spezielle Labore.

Ist ein Bodengutachten auch notwendig, wenn kein Keller gebaut werden soll?

Eine Untersuchung der Bodenverhältnisse ist auch dann angebracht, wenn kein Keller gebaut werden soll.
Ein Haus, das nur auf einer Betonplatte steht, kann durch ungünstige Bodenverhältnisse ebenfalls erheblich beschädigt werden. Bewegt sich das Erdreich auch nur um einige Millimeter jährlich, können im Fundament Risse entstehen. Da Häuser komplexe Bauwerke sind, dehnen sich selbst feinste Haarrisse irgendwann aus.

Genauso gut kann eine übermäßige Feuchtigkeit auch ein nicht-unterkellertes Haus auf die Dauer schwer beschädigen. Ist von Anfang an kein Keller vorgesehen, wird der Fachmann den Boden wahrscheinlich nicht ganz so tief untersuchen. Die Kosten des Gutachtens können in diesem Fall etwas günstiger sein.