Finanzierung beim Hausbau – was beachten?

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schäden (in finanzieller Form) verhindern können

Damit Sie finanzielle Schäden durch insolvente Fertighausanbieter, Bauträger oder Bauunternehmen verhindern können, sollten Sie sich im Vorfeld gut und richtig absichern.

Darum empfehlen wir Ihnen eine Baufertigstellungsversicherung. Stattdessen besteht auch die Möglichkeit sich eine Vertragserfüllungsbürgschaft und Gewährleistungsbürgschaft vorzeigen zu lassen. Eines dieser beiden Dinge sollten Sie aufjedenfall vor dem Bau oder vor der Beautragung eines Unternehmens zum Bau eines Hauses zur Absicherung haben.

Des weiteren sollten Sie darauf achten, zu welchem Zeitpunkt Sie eine Leistung bezahlen. Dazu sollten Sie auch beachten, ob alle Bedingungen dazu erfüllt wurden. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, dann können Sie Informationen zur Zahlungsfähigkeit und Schuldensituation eines Unternehmens einholen. Auskunft können Sie bei einer Wirtschaftsauskunftei gegen einen entsprechenden Geldbetrag erhalten.
Im Folgenden haben wir für Sie einige Maßnahmen und Versicherungen aufgezählt, welche für Sie eine Sicherheit darstellen können.

Versicherung zur Baufertigstellung

Die sogenannte Baufertigstellungsversicherung übernimmt Mehrkosten, welche dann entstehen können, wenn das entsprechende Bauunternehmen während des Baus nicht mehr zahlungsfähig ist. Doch nicht alle möglichen Mehrkosten werden von dieser Versicherung übernommen. Mängel, die während der Gewährleistungsfrist auftreten und die Kosten für die Beseitigung jener Mängel werden von dieser Versicherung nicht übernommen. Das sollten Sie aufjedenfall beachten.
Sollte der Baupartner eine Gewährleitungs- und Vertragserfüllungbürgschaft von seiner jeweiligen Bank vorweisen können, dann wird die Abschließung der eben genannten Versicherung unnötig. In dem Fall brauchen Sie keine Versicherung abschließen, da Ihnen ja die Bürgschaft vorgelegt wurde.

Bürgschaft zur Vertragserfüllung

Die sogenannte Vertragserfüllungsbürgschaft sollte Ihnen vom jeweiligen Fertighausanbieter, Bauunternehmer und Bauträger vorgezeigt werden, bevor Sie diesen einen Auftrag erteilen. Denken Sie daran, dass Sie sich eine solche Bürgschaft vorzeigen lassen sollten, bevor Sie den jeweiligen Auftrag erteilen. Im Falle einer Insolvenz des jeweiligen Unternehmens sind Sie somit vor finanziellen Schäden abgesichert. Mit der Vertragserfüllungsbürgschaft ist sichergestellt, dass im Falle einer Insolvenz ein Bürge für die Kosten der Fertigstellung aufkommt. Bedenken Sie dabei, dass ein Bürge in der Regel die Bank der jeweiligen Baufirma sein sollte. Bei Verträgen nach der VOB ist dies sogar ein MUSS, da es in diesem Falle vorgeschrieben ist. Dabei sollten Sie ohnehin immer bedenken, dass andere Bürgen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Achten Sie darauf, dass der Bürge die jeweilige Bank der entsprechenden Baufirma ist.

Bürgschaft zur Gewährleistung

Für die sogenannte Gewährleistungsbürgschaft gilt das zur Vertragserfüllungsbürgschaft Gesagte. Diese Bürgschaft stellt sicher, dass bei der Entstehung von Kosten aufgrund auftretender Mängel ein Bürge für die Kosten einsteht. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn die Baufirma im Laufe der Arbeiten insolvent wird. Somit stellt die Gewährleistungsbürgschaft eine wichtige Absicherung dar. Sie garantiert die Absicherung Ihrer Finanzen für die Gewährleistungsfrist nach dem Bau. Dabei sollte die Bürgschaft mindestens die Höhe von 5 Prozent der gesamten Auftragssumme betragen.

Zahlungen, die an Generalunternehmer gehen

Im Normalfall muss man Leistungen erst nach der Fertigstellung eines Bauwerks bezahlen. Im Normalfall übernimmt das Generalunternehmen jedoch alle anfallenden Bauleistungen für das entsprechende Objekt, weswegen ein Generalunternehmen mit Ihnen vermutlich bauabschnittsweise Zahlungen ausmachen möchte. Dabei sollten Sie beachten, dass nur dann gezahlt werden muss, wenn die entsprechende Leistung mängelfrei erbracht wurde! Sollte es der Fall sein, dass der Generalunternehmer auch Anbieter oder Eigentümer des Grundstücks ist, dann sollten Sie dringend folgende Sache beachten:
Zahlen Sie erst dann, wenn Ihnen Bürgschaften der jeweiligen Bank des Unternehmers vorgezeigt wurden! Oder Sie zahlen erst dann, wenn das Grundstück Ihnen schon selbst gehört und es auch wirklich schon auf Sie überschrieben wurde.

Zahlungen die an Bauunternehmer gehen

Im Normalfall bekommen Sie nach der Abnahme einer mängelfreien Bauleistung eine Rechnung vom entsprechenden Bauunternehmer. Sollten Sie eine Rechnung vom entsprechenden Bauunternehmer bekommen, obwohl die entsprechenden Leistungen noch nicht mängelfrei erbracht wurden, so sollten Sie unter keinen Umständen die Rechnung begleichen. Denken Sie daran, dass Sie erst zahlen müssen, wenn eine Leistung vollständig und mängelfrei erbracht wurde! Sollte es umfangreiche Bauleistungen geben, die ein bestimmtes Unternehmen übernimmt, dann kann es sein, dass dem Unternehmer Abschlagszahlungen auf bereits abgeschlossene Teile eingeräumt werden.

Zahlungen, die an Bauträger gehen

Bauträger bezahlt man ebenfalls dann, wenn sie gesamte mängelfreie Leistungen erbracht haben. Es kann aber auch sein, dass man Bauträger in baufortschrittabhängingen Abschlägen bezahlt. Aber das müssen Sie dann natürlich im Vorfeld erfahren. In der Regel werden die Grundstücke auch vom Bauträger veräußert, weswegen man es in einem Vertrag festlegen sollte, dass das Grundstück dann überschrieben wird, bevor auf die Bauleistungen der erste Abschlag bezahlt wird. Sie fragen sich jetzt vielleicht warum das ganze? Das lässt sich ganz einfach beantworten: Das dient unter anderem zur Absicherung eines möglichen Bankrott des Bauträgers!

Abgeschlossene Bauphasen

Beachten Sie dabei bitte, dass es wichtig ist Abschlagszahlungen festzulegen. Diese sollten schon im Vorfeld festgelegt werden.
Des weiteren sollten auch die Vereinbarungen über Abschlagszahlungen bei Teilabnahmen im Vorfeld abgeklärt werden. Sollten Mängel festgestellt werden oder die jeweiligen Bauphasen nicht abgeschlossen sein, dann können Sie das Geld solange zurückhalten, bis es zu der vertraglichen Erfüllung gekommen ist.
Die Abschlagszahlungen, welche für die einzelnen Bauabschnitte entstehen, sind in der sogenannten Makler- und Bauträgerverordnung – kurz MaBC – in ihrer Höhe geregelt. Dabei sollten Sie beachten, dass jene Zahlungen davon abhängig sind, wie weit der Bau fortgeschritten ist. Des weiteren sollten Sie beachten, dass sie nicht zeitlich abhängig vereinbart werden.