Die Leistungsphasen eines Architekten in der Übersicht

Die Leistungsphasen beim Hausbau
Die unterschiedlichen Aufgabenbereiche eines Architekten

Von den folgend aufgeführten Leistungsphasen kann der Architekt oder das Architekturbüro alle oder auch nur bestimmte Leistungsphasen für Ihr persönliches Bauvorhaben betreuen. Es gibt aber auch Architekten, die sich auf die vorbereitende Bauphase spezialisiert haben und somit für LP 1-4 zuständig sind. Wieder andere übernehmen die Ausführungsplanung und die gesamte Realisierung. Sie betreuen dann LP 5-9. Die Kooperation gestaltet sich aber manchmal weniger konstruktiv, weil die ausführenden Architekten Entwurf und Entwicklung kaum kennen. Außerdem erhält der Entwurfsarchitekt kein weiteres Honorar.

Die einzelnen Leistungsphasen

Leistungsphase 1: Die Grundlagenvermittlung

Ausloten der Baulichen Voraussetzungen
Zu Anfang werden Ihre baulichen Vorstellungen sowie die finanziellen Möglichkeiten
erfragt. Eine gemeinsame Grundstücksbegehung schließt sich an. Darüber hinaus erfolgt eine Beratung zum Leistungsbedarf und die Bestimmung weiterer Fachplaner.
Abschließend wird die erste Beratung in einem Protokoll zusammengefasst.

Leistungsphase 2: Die Vorplanung

Der Erstentwurf in Form einer Skizze wird erstellt.
Dazu gehören der Grundriss sowie eine Schnitt- und Ansichtsskizze. Details wie Raumfunktion und -größe sowie die Art des Hauses in groben Grundzügen sollten bereits enthalten sein. Dazu erhalten Sie jetzt auch eine erste Kostenschätzung. Auch die Genehmigungsfähigkeit mit den Behörden wird thematisiert. Gemessen am Gesamthonorar beträgt das Teilhonorar für diese Leistungen 7%.

Leistungsphase 3: Die Grundlagenermittlung

Die Vorplanung ist abgeschlossen. Es folgt die Erarbeitung des Gesamtentwurfs.
Alle Planungskonzepte werden gesichtet und es erfolgt stufenweise die Erstellung einer Zeichnung mit Lösungsansätzen. Diese berücksichtigt die Anforderungen in funktionaler und gestalterischer aber auch in technischer sowie bauphysikalischer und wirtschaftlicher Art. Die Beiträge der involvierten Fachberater werden dabei immer berücksichtigt.

Daraus ergibt sich eine vollständige Vorentwurfs- bzw. eine Entwurfszeichnung im Maßstab 1:100 oder 1:50.
Der Architekt steigt jetzt auch bezüglich der Genehmigungsfähigkeit in die Verhandlungen mit Behörden und beteiligten Fachberatern ein. Die Kostenberechnung nach DIN 276 sowie eine Kostenkontrolle mittels Vergleich der Berechnungen erfolgt ebenfalls jetzt. Hinzu kommt eine erste Schätzung der Kosten. Die zweite Honorarstufe beträgt jetzt 11% vom Gesamthonorar.

Leistungsphase 4: Die Genehmigungsplanung

Auf der Basis des Gesamtentwurfs werden alle Genehmigungen vorbereitet und eingeholt.
Die Unterlagen für die Baugenehmigung und die Anträge bzgl. Ausnahmen und Befreiungen werden erarbeitet und eingereicht. Auch noch erforderliche Verhandlungen mit Behörden werden zum Abschluss gebracht. Alles, was an Planungsunterlagen evtl. zu vervollständigen oder abzuändern ist, wird jetzt erledigt. Für Leistungen dieser LP beträgt das Honorar 6% vom Gesamthonorar.

Leistungsphase 5: Ausführungsphase

Die Leistungen für die Ausführung:
Die Ergebnisse der Phasen 3 und 4 werden gesichtet. Grundlage dafür sind die
städtebaulichen, gestalterischen aber auch funktionalen sowie technischen und
bauphysikalischen Aspekte. Hinzu kommen die wirtschaftlichen und
energiewirtschaftlichen Aspekte bis zum ausführungsreifen Ergebnis.

Alle Einzelangaben in der zeichnerischen Darstellung werden fertig gestellt. Dazu
gehören zum Beispiel alle endgültigen Ausführungs- sowie Detail- und
Konstruktionszeichnungen. Der Maßstab: 1:50 bis 1:1.

  • Alle Grundlagen, die von den an der Planung fachlich beteiligten Personen benötigt
    werden, sind fertig zu stellen. Ihre Beiträge sind zu integrieren.
  • Die Ausführungsplanung während der Objektausführung wird jetzt bereits
    fortgeschrieben. Das Honorar für LP 5, gemessen am Gesamthonorar, beträgt 25%.

In der Ausführungsphase wird die Leistungsphase 5 entsprechend den Festlegungen in der deutschen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure festgeschrieben. Die Durchführung eines klassischen Bauvorhabens obliegt nicht nur den Architekten sondern auch den Bauingenieuren und Fachingenieuren wobei jeder klar definierte Aufgaben zu betreuen hat.

Für ein schlüsselfertiges Bauvorhaben übernimmt der Totalübernehmer bzw. der Totalunternehmer die Ausführungsplanung.

Die Aufgaben der Architekten in dieser Phase

Sie zeichnen verantwortlich für die Ausführungs- und Ausbaupläne.

Die Aufgaben der Bauingenieure

Sie sind erstens verantwortlich für die Tragswerksplanung. Ein Haus ist nur dann tragfähig, wenn es unter wirtschaftlichen und optischen Aspekten als gebrauchstauglich eingestuft wird.

Zweitens sind Sie verantwortlich für den Schalplan. Hierbei handelt es sich um einen Werkplan mit allen Details von Bauteilen aus Beton. Der Schalplan dient somit der späteren Erstellung der Schalung.

Drittens sind Sie für den Bewehrungsplan (ein Werkplan in Form eines reinen Ausführungsplans) verantwortlich. Er dient der korrekten Abmessung von Betonstählen, die dann von einem Flechter oder Stahlbetonbauer verlegt werden.

Was machen die Fachingenieure

Ihnen obliegt die spezifische Planung in Bezug auf diverse Bereiche des Innenausbaus.
Dazu gehört die Elektroplanung sowie die Planung von Heizung, Lüftung und Sanitär.

Welches Ziel hat die Ausführungsplanung

Sie ergänzt in erster Linie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit dem Ziel der Fortführung. Grundlage ist ein intensiver Dialog mit Ingenieuren, Produktherstellern und beteiligten Unternehmen. Auch Werkpläne mit meist größeren Maßstäben sowie ein Plansatz werden jetzt häufig erstellt. Er enthält eine individuelle Nummer und einen so genannte Index A. Nachfolgende Plansätze werden mit B,C usw. gekennzeichnet.

Die Form der Pläne

Enthalten sind alle Angaben wie Maße und verwendete Materialien, die bei Errichtung oder Umbau eines Gebäudes benötigt werden. Hinzu kommen Verarbeitungshinweise sowie Tabellen mit schriftlichen Anweisungen. Zum Beispiel Türlisten mit Angaben zu Beschaffenheit sowie Größe und manchmal Bezugsquelle.
Im Endeffekt sind diese Pläne eine Grundlage für die spätere Abrechnung.

Leistungsphase 6: Die Vergabe vorbereiten

Die Mengenermittlung und folgend das Leistungsverzeichnis aufzustellen ist Grundlage dieser LP.
Daran schließt sich das Aufstellen der Leistungsbeschreibungen sowie die Abstimmung und Koordinierung aller Planungsbeteiligten an. Gemessen am Gesamthonorar beträgt das Honorar für LP 6 10%.

Leistungsphase 7: Was beinhaltet die Mitwirkung bei der Vergabe

Nach Plan der Leistungsbeschreibung erfolgt die Leistungsvergabe, mit oder ohne den Architekten.

  • Für alle Leistungsbereiche werden die Verdingungsunterlagen zusammengestellt.
  • Angebote einholen, prüfen und werten inklusive Aufstellung des Preisspiegels nach
    Teilleistungen
  • Verhandlungen mit Bietern führen
  • Aus Einheits- bzw. Pauschalpreisen der Angebote den Kostenanschlag nach DIN 276
    entwickeln
  • Kostenanschlag und Kostenberechnung werden miteinander verglichen um eine
    Kostenkontrolle zu erhalten.
    Hierfür beträgt das Honorar 4% vom Gesamthonorar.

Leistungsphase 8: Die Überwachung des Bauobjekts

In dieser Leistungsphase kommt es endlich zum eigentlichen Hausbau.
Schwerpunkt ist jetzt die Überwachung der Bauausführung in Bezug auf die Baugenehmigung bzw. Zustimmung zum Bau.
Hinzu kommen folgende Teilleistungen:

  • Die an der Objektüberwachung beteiligten Fachkräfte werden koordiniert.
  • Erstellen eines Zeitplanes sowie ein Bautagebuch führen.
  • Die mit der Bauausführung befassten Unternehmen nehmen gemeinsam Aufmaß.
    Weiterhin werden alle Bauleistungen inklusive Mängelliste abgenommen.
  • Nach DIN 276 erfolgt die Rechnungsprüfung und Kostenfeststellung
  • Die behördliche Abnahme wird beantragt.
  • Das Objekt wird inklusive der erforderlichen Unterlagen übergeben.
  • Die Gewährleistungsfristen werden aufgelistet.
  • Die Leistungsabrechnung der ausführenden Unternehmen wird zum Zweck der
    Kostenkontrolle mit den Vertragspreisen und dem Kostenanschlag verglichen.

Hierfür wird ein Honorar in Höhe von 31% gemessen am Gesamthonorar berechnet.

Leistungsphase 9: Betreuung und Dokumentation des Objekts

Es folgt eine abschließende Objektbegehung durch den Architekten inklusive Mängelfeststellung.
Der Architekt überwacht die Mängelbeseitigungen. Bezogen auf die nach Ablauf der Gewährleistung zu zahlenden Sicherheitsleistungen steht der Architekt mitwirkend zur Seite. Um das Haus dokumentieren zu können erhalten Sie als Bauherr alle Zeichnungen und Berechnungen.
Dafür werden abschließend noch einmal 3% vom Gesamthonorar fällig.