Dachaufstockung am Haus planen – mit dem Plan7Architekt

Wer sich mehr Wohnraum im eigenen Haus wünscht, kann entweder anbauen oder auch sein Dach aufstocken. Letzteres ist oft die einzige Möglichkeit, wenn nicht mehr Fläche auf dem Grundstück zur Verfügung steht, das bebaut werden kann. Zwar ist die Aufstockung eines Dachs mit einem nicht unbedingt geringen baulichen Aufwand verbunden, allerdings oft eine gute Lösung, wenn man dringend mehr Fläche im Haus braucht. Wichtig: Für eine Aufstockung ist zwingend eine Genehmigung erforderlich, die vom Bauordnungsamt erteilt wird.

Worauf gilt es bei der Dachaufstockung zu achten?

Die wichtigsten Aspekte bei einer geplanten Dachaufstockung sind die Berücksichtigung der baulichen Voraussetzungen und die baulichen Gegebenheiten in der näheren Umgebung.
Auch muss zunächst geprüft werden, ob die Statik des Hauses eine Aufstockung erlaubt. Hier ist es die sicherste Lösung, sich zunächst an einen Gutachter zu wenden, der das Gebäude untersucht. Bringen Sie außerdem in Erfahrung, ob es spezielle Richtlinien gibt, an die man sich bei einer Dachaufstockung halten muss, wie zum Beispiel eine festgelegte Giebelhöhe oder eine bestimmte Dachform. All diese Aspekte müssen mit dem Bauamt geklärt werden, ehe man mit dem Umbau beginnt – vorher darf nichts verändert werden.

Verschiedene Möglichkeiten für die Aufstockung eines Dachs

Plant man, das Dach seines Hauses aufzustocken, hat man hierfür zwei Möglichkeiten: Einerseits lässt sich der Kniestock erhöhen, andererseits kann auch direkt ein komplett neues Geschoss errichtet werden.
Der Kniestock beschreibt dabei die Wand, welche sich an der Trufseite von einem Steildach befindet. Hier liegt die Seite mit den Dachschrägen nicht auf der Geschossdecke auf, sondern auf einer niedrigen Mauer, die auf die Decke aufgesetzt wurde. Der Name rührt daher, dass die schräge Dachfläche und die aufrechte Wand an den Winkel eines gebeugten Knies erinnern. Somit trägt der Kniestock die gesamte Dachlast. Bereits ein geringer Kniestock mit einer Höhe von 80 cm bringt rund 30 % mehr Wohnfläche ein – somit lohnt sich der Umbau in jedem Fall.

Die zweite Möglichkeit ist, ein ganzes Geschoss zu erreichten. Dies kann am einfachsten bei Häusern mit einem Flachdach durchgeführt werden. Man trägt also das Dach ab und setzt ein weiteres Geschoss darauf. Erforderlich ist dafür lediglich die Errichtung eines Dachstuhls, danach kann ein Steildach aufgesetzt werden.

Wie sich der Kniestock beim Dach erhöhen lässt

Am einfachsten ist die Erweiterung eines Kniestocks bei Neubauten. Es ist ratsam, schon bei der Planung eines neuen Hauses schon zu überlegen, wie man die obere Etage später nutzen will. Selbst wenn dieser Bereich zunächst ausgespart und erst einige Jahre danach ausgebaut werden sollte, ist es in jedem Fall sinnvoll, wenn die Höhe bereits bis zu einem gewissen Grad nutzbar ist.

Natürlich gibt es ebenso die Möglichkeit, bei einer Bestandsimmobilie eine Erhöhung des Kniestocks durchzuführen. Durch diese bauliche Veränderung wird das ganze Dach des Hauses angehoben, was natürlich einen großen Aufwand mit sich bringt – doch dieser kann absolut rentabel sein, wenn dringend mehr Wohnfläche nötig ist.

Unterschieden wird bei der Erhöhung des Kniestocks zwischen der Variante mit einer Abtragung mit Wiederaufbau und der hydraulischen Anhebung.
Bei der ersten Variante trägt eine Fachfirma den Dachstuhl Schritt für Schritt ab. Danach wird der Kniestock erhöht und anschließend durch einen erneuten Einbau des Dachstuhls ergänzt.
Bei der hydraulischen Anhebung wird die Dachkonstruktion durch hydraulische Stützen abgefangen. Wenn sämtliche Verbindungen zum sich darunter befindenden Gebäude getrennt worden sind, können sehr leistungsstarke hydraulische Pumpen das ganze Dach in einem Stück anheben. Durch die nun entstandenen Zwischenbereiche kann der Kniestock erhöht werden.

Bei beiden Methoden handelt es sich um sehr komplizierte bauliche Veränderungen, die keinesfalls selbst vorgenommen werden können. Wenden Sie sich also stets an eine Fachfirma, die in der Regel selbst entscheiden wird, welche Variante besser geeignet ist.
Denn: Ein Fehler beim Ausbau kann im schlimmsten Fall schlimme bauliche Schäden mit sich bringen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen.

Die Errichtung eines neuen Geschosses durch eine Dachaufstockung

Wird ein Haus mit Flachdach erhöht, dann handelt es sich dabei um die Errichtung um eines komplett neuen Geschosses, das später als Wohnfläche genutzt werden kann. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind hier ganz vielfältig, wenn die statischen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Zunächst wird ein Dachdurchbruch durch die derzeitige Geschossdecke durchgeführt, um den oberen Teil an den Rest des Hauses anschließen zu können. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Aufstockung, wie beispielsweise mit einem Steildach als Walm- oder Satteldach, mit einer Konstruktion aus Holz oder Metall oder auch mit einer partiellen Dachaufstockung, auf der dann ein Dachgarten entsteht.
Für welche Lösung man sich entscheidet, bleibt einem selbst überlassen und hängt vom eigenen Geschmack und dem Budget ab.