Asbest im Dach erkennen – so gehts

Dass Asbest schädlich ist, ist seit mehreren Jahrzehnten bekannt – und trotzdem kommt der Baustoff noch in vielen Dächern vor. Das Problem dabei: Es ist nicht unbedingt einfach, zu erkennen, ob auch im eigenen Dach Asbest verarbeitet wurde. Herausfinden lässt sich das zwar nicht mit bloßem Auge, dafür gibt es jedoch andere Möglichkeiten.

Warum ist Asbest so schädlich für uns?

Asbest ist für unsere Gesundheit äußerst schädlich: Atmen wir die feinen Fasern ein, gelangen sie automatisch in unsere Lunge und können dort schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Erkrankungen wie Asthma, Lungekrebs oder auch Asbestose sind keine Seltenheit. Darüber hinaus sind Immobilien, die mit Asbest belastet sind, deutlich weniger wert als Gebäude ohne den schädlichen Baustoff. Es macht also Sinn, sein eigenes Haus auf Asbest zu untersuchen.

Wenn das Gebäude zwischen 1900 und 1993 errichtet worden ist, ist die Wahrscheinlichkeit sogar recht groß, dass irgendwo im Dach Asbest vorkommt. Der Grund dafür: Noch bis vor einigen Jahren wurde Asbest als unschädlich für die Gesundheit eingestuft und häufig genutzt, denn schließlich ist der Werkstoff sehr hitzebeständig. Erst später erkannte man, dass dies nicht der Fall war. Bis dahin wurden allerdings schon tausende Dächer mit dem schädlichen Material gedeckt, zudem kommt Asbest häufig in Isolierungen und Fassadenverkleidungen von Häusern vor, die im angegebenen Zeitraum errichtet wurden.
Asbest kann in den verschiedensten Elementen auf dem Dach vorkommen, sei es in der Dachpfanne, in Isolierungen, in Kunstschiefer- oder auch in Wellfaserzementplatten.

Wie lässt sich erkennen, ob mein Dach Asbest enthält?

Fürchtet man, dass im eigenen Dach Asbest verbaut worden ist, dann muss man sich erst einmal keine großen Sorgen machen, denn dies ist noch keine Bestätigung dafür, dass auch die eigene Gesundheit davon Schaden nimmt. Vielmehr besteht die größte Gesundheitsgefahr für Bauarbeiter, die Asbest verarbeiten, ohne dafür entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen bzw. Schutzkleidung zu tragen. Zwar ist eine indirekter Kontakt im Alltag durch eine mit Asbest belastete Umgebung möglich, wenn man in einem entsprechenden Gebäude lebt, allerdings sind diese Mengen in der Regel sehr gering. Riskant ist vor allem unsichtbarer Staub, der so fein ist, dass wir ihn zwar nicht erkennen, aber dafür einatmen können. Bestätigt sich durch eine entsprechende Untersuchung der Verdacht, dass Asbest im Gebäude verbaut sein könnte, sollten also möglichst keine Bohrungen mehr in den Wänden durchgeführt werden, da hier der schädliche Staub austreten kann.

Prüfen Sie also zunächst, wann Ihr Haus errichtet worden ist. Fällt das Baujahr auf zwischen 1900 und 1993, lässt sich schon mit hoher Wahrscheinlichkeit ableiten, dass irgendwo im Asbest vorkommt. Möchte man es genau wissen, kann man sich anschließend an Fachleute wenden: Wenden Sie sich an den örtlichen Verbraucher- oder Umweltschutzbund, um Adressen von Prüfinstituten in der näheren Umgebung zu erhalten. Diese können dann Proben vom Dach und der Gebäudefassade entnehmen, die dann in einem Labor untersucht werden.
Ist tatsächlich Asbest enthalten, kann es sich durchaus lohnen, das Haus im Zuge dessen zu sanieren.

Wichtig: Untersuchen Sie die Proben niemals selbst

Um Asbest im Labor untersuchen zu können, müssen Spezialisten vor Ort entsprechende Proben der verwendeten Baustoffe entnehmen. Wichtig ist hier: In keinem Fall sollte man selbst Untersuchungen anstellen und kleine Mengen der Baustoffe entnehmen, wenn der Verdacht besteht, dass Asbest enthalten ist. Die Probenentnahme erfordert die Einhaltung strengster Sicherheitsrichtlinien, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die hochgiftigen Fasern in die Umgebungsluft gelangen. Zudem lässt sich ausschließlich durch eine wissenschaftliche Untersuchung im Labor tatsächlich bestätigen, dass es sich um Asbest handeln – ohne Mikroskop ist das mit bloßem Auge nicht möglich.

Soll Asbest entsorgt werden, spielt die Sicherheit eine genauso wichtige Rolle: Die Entsorgung darf ausschließlich von geprüften und erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden. Wenn ein Dach aufgrund eines hohen Asbestsgehalt saniert werden muss, werden Bauarbeiter nicht in einfacher Kleidung anrücken, sondern stattdessen mit Schutzanzügen und Atemmasken auf dem Dach arbeiten. Dies zeigt, wie wichtig es ist, keinesfalls selbst mit dem gefährlichen Stoff in Kontakt zu geraten. Grundsätzlich existiert Asbest in drei Formen: Es gibt Asbest in Reinform, in stark gebundener Form und in schwach gebundener Form. Die Unterschiede werden im folgenden Abschnitt erklärt.

Schwach gebundenes Asbest
Schwach gebundenes Asbest kommt vor allem in Dämmungen, Brandschutzverkleidungen, Dichtungen und Isolierungen vor, die schon seit mehreren Jahrzehnten bestehen. Hier besteht ein enormes Gesundheitsrisiko, denn Asbest kann sich hier schon ohne mechanische Einwirkungen von alleine lösen und in die Luft gelangen – die die Hausbesitzer letzten Endes einatmen.

Asbest in Reinform
Hauptsächlich kommt Asbest in Reinform in Ofen- und Kaminabdichtungen sowie in hitzebeständigen Füllmaterialien und auch in feuerfesten Stoffen vor. Es ist genauso gefährlich wie das schwach gebundene Asbest, denn dieses Material setzt sich aus sehr feinen Fasern zusammen, die sich leicht lösen und in die Luft gelangen können.

So erkennen Sie stark gebundenes Asbest

Obgleich es anders klingen mag, ist stark gebundenes Asbest weniger riskant als die beiden anderen Formen. Dieses kommt unter anderem in Fassadenverkleidungen, in Deckenplatten oder auch in Eindeckungen für das Dach vor. Vergleicht man stark gebundenes Asbest mit schwach gebundenem Asbest, zeigt sich ebenfalls ein geringeres Risiko: Hier können die Fasern nur dann entweichen, wenn die Baustoffe mechanisch bearbeitet werden oder sich auch durch die natürliche Witterung vom Dach lösen. Dann jedoch besteht dieselbe gesundheitliche Gefahr, der man sich nicht aussetzen darf.

Was kostet eine Entfernung von Asbest im Dach?

Möchte man eine Sanierung von asbestbelasteten Baustoffen durchführen, muss zwischen zweierlei Kosten unterschieden werden: Einerseits entstehen durch die Sanierung Ausgaben, andererseits durch die Entsorgung. Diese variieren und hängen natürlich auch vom Umfang der Sanierungsmaßnahmen durch, zudem legt jeder Fachbetrieb eigene Preise fest.
Unsere Tablette gibt Ihnen einen groben Überblick über die Kosten, welche bei der Entfernung entstehen können.